Gegenwärtig sind weltweit 438 Atomkraftwerke am Stromnetz. Erhöhen wir die Energieproduktion, indem wir neue Atomkraftwerke bauen, kommen wir auch dem Ende der Uranvorräte näher. Zum anderen hat ein gewöhnliches Kernkraftsystem eine relativ kurze Lebensdauer und einen sehr schlechten Wirkungsgrad: Nur etwa ein Prozent des Energiegehalts des Urans wird genutzt.

Die Kosten eines Atomkraftwerks deutschen Standards belaufen sich für den Bau auf 700 Millionen DM. Hinzu kommen die Betriebskosten. Die Brütertechnologie ist in vielen Ländern aufgegeben worden, da sie nach heutigen Kenntnissen ein zu hohes Risiko mit sich bringt. Sollte diese Technologie zukünftig genutzt werden, sind sicher noch viele Forschungs- und Entwicklungskosten nötig.

Sollten wir nicht mehr Gelder in die Forschung und Entwicklung alternativer Energien, die unbegrenzt vorhanden sind, setzen? Ich meine, ja! Frederic Markus

Es ist zynisch, wenn der Autor der Atomkraft das Gütesiegel "Nachhaltig" verleiht. Wer, bitte schön, soll auf Jahrtausende hinaus den strahlenden Müll bewachen? Schauen wir mal in die Weltgeschichte: Wie viele Kriege, Krisen und Armutsperioden erlebte Westeuropa in den vergangenen 2000 Jahren? Wer hätte sich da um den Fluch der Vorväter kümmern sollen?

Zu Recht mahnt der Autor an, künftige Optionen nicht zu blockieren. Doch mit dem Atommüll bezweckt er genau das Gegenteil. Wir schaffen Tatsachen, an denen sich unsere Urururenkel die Zähne ausbeißen. Ein Kredit, den niemand tilgen kann. Die Wurzel des Energieproblems tangiert der Autor nicht: Wir haben bei weitem genug Energie, wir können nur nicht damit haushalten.

Gerhard Rieskamp

Schon in wenigen Jahren wird sich zeigen, dass ohne Kernenergie eine sichere, preiswerte Stromversorgung nicht möglich ist und dass nachts die Sonne selten auf die Solarzellen von Trittin und Co scheinen. Die Strompreise werden sich ähnlich entwickeln wie die Benzinpreise in den letzten zwölf Monaten, erst dann wird sich mancher überlegen, ob er mit einem Restrisiko von 1 : 1 000 000 000 vielleicht leben kann oder nicht. Bis dahin schlage ich vor, allen Grünen auf Staatskosten einen Zwölfjahresurlaub in Kalifornien zu spendieren. Das ist immer noch billiger als die nationalen Fehlentscheidungen. Peter Kist