Was für eine Papierverschwendung! Dass man an den entsprechenden Einrichtungen der Universitäten keine Philosophen, sondern allenfalls Philodoxe findet, hat schon Schopenhauer in ausreichendem Maße dargetan - der Vorwurf des Wiederkäuens fällt also auf Ihren Autor zurück.

Kai Schaffelhuber, Deggendorf

Bereits zu meinen Studienzeiten vor zehn Jahren wurde gewitzelt, man könne die Hälfte der deutschen Philosophieprofessoren einfach verschwinden lassen, und niemand würde es bemerken. Es ist zutreffend, dass die Universitätsphilosophie weiten Orts, jedoch nicht überall, zur historischen Philologie verkommen ist.

Als angehender Philosophielehrer am Gymnasium habe ich mehrfach feststellen können, dass junge Leute besonders Philosophie interessant und nutzbringend finden, wenn sie ihnen lebensnah, realitätsbezogen und anschaulich dargeboten wird. Nur so lässt sich philosophisches Wissen und Fragen und somit Philosophieren lernen. Die Universitätsphilosophie, will sie nicht obsolet werden, kann sich nur noch auf ihre Wurzeln besinnen und versuchen, diese in die heutige Zeit zu transformieren. Das würde bedeuten: Gegenwartsbezogenheit, Interdisziplinarität, Angebot als Orientierungshilfe und schließlich ein "Denken auf Vorrat" (G. Vollmer). Gefordert wird nicht ein Verzicht auf die historische Tradition, sondern nur die herbeizuzwingende Kenntnisnahme der Tatsache, dass wir Probleme in der Gegenwart und Zukunft zu lösen haben, nicht in der Vergangenheit. Wir benötigen eine aktualisierte Philosophie. Dringend sogar!

Lars Demuth, Hannover