Nicht nur im Osten geht es dem Bau schlecht. Überall in Deutschland, klagt Bauindustrieverband-Chef Ignaz Walter, "bewegt sich die Branche am Rande des Abgrunds". Im Jahr 2000 sackte der Umsatz auf den niedrigsten Stand seit 1991. Auch 2001 setzt sich die Talfahrt fort: Im ersten Quartal gab es bei den Aufträgen ein Minus von knapp zehn Prozent.

Besserung soll ein radikaler Kapazitätsabbau bringen. Seit 1995 gingen über 400 000 Arbeitsplätze verloren, ein Drittel davon im Westen. In diesem Jahr wird die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe unter die Millionengrenze sinken.

Ein "vernichtender Konkurrenzdruck" (Walter) drückt aufdie Erträge. Die Großen suchen ihr Heil deshalb zunehmend im Ausland, wo etwa Hochtief bereits 80 Prozent seines Umsatzes macht.

Vom Staat fordert die Branche höhere Investitionen und ein scharfes Vorgehen gegen die Schwarzarbeit. Dazu Schutz nach der Osterweiterung: Zehn Jahre dürften Firmen oder Arbeiter aus dem Osten nicht auf deutsche Baustellen, fordern die Verbände.