Ob er das nun will oder nicht - Matthias Prinz ist ein Mann der Schlagzeilen. Der Hamburger Anwalt, der in der Öffentlichkeit vor allem als Medienrechtler wahrgenommen wird, als Vertreter der Prominenz gegen journalistische Übergriffe, als "Robin Hood der Reichen", lebt von der Presse und muss, notgedrungen, mit ihr leben.

Jüngstes Beispiel von Gewicht: Matthias Prinz vertritt Peter Boenisch gegen den Axel Springer Verlag. Boenisch, einer der bekanntesten und umstrittensten deutschen Journalisten, der auch mal zwei Jahre lang Helmut Kohls Regierungssprecher war, soll nach mehr als vier Jahrzehnten das Haus Springer verlassen, weil er verbotswidrig in einem Blatt aus anderem Hause publiziert habe, hier: einen kurzen Kommentar in der Süddeutschen Zeitung. Prinz will sich zu der Auseinandersetzung naturgemäß noch nicht detailliert äußern, dafür aber final: Springers Position sei "ganz ohne Abmahnung völlig aussichtslos".

Der Fall Boenisch passt ins Klischee - Prinz vertritt Prominenz gegen Verlag - und belegt zugleich, wie wenig dieses Klischee abdeckt von der Arbeit des Anwalts: Die Auseinandersetzung hat schließlich mit Medienrecht nichts zu tun, sondern mit Arbeitsrecht. Dass der Anwalt sich, neben seinen medienrechtlichen Aktivitäten, auf diesem Arbeitsfeld regelrecht spezialisiert hat, kommt in Berichten über ihn praktisch nicht vor. Nicht einmal, dass "beinahe jeder zweite entlassene Fußballtrainer" auf seinem Schreibtisch landet. Viel zu kompliziert. Nicht glatt genug.

Gegner der Journalisten?

Matthias Prinz hat gelernt, dass er, der Menschen vertreten hat und vertritt, die Claudia Schiffer heißen, Karl Lagerfeld, Caroline von Monaco, Ernst August von Hannover, Gloria von Thurn und Taxis oder Oliver Kahn und Jan Ullrich, dass er also selbst prominent geworden ist. Und von der Boulevardpresse entsprechend behandelt wird.

Schließlich hat der Fall Boenisch noch eine delikate, private Implikation: Erfolgreicher noch auf dem deutschen Boulevard und ebenso umstritten wie Peter Boenisch und, nebenbei, 1971 dessen Nachfolger als Chefredakteur der Bild-Zeitung, war ein Mann namens Günter Prinz. Er ist der Vater des Anwalts.

Vater und Sohn, Gegner auf dem Feld der Medien? Als das Gespräch darauf kommt, scheint Matthias Prinz zum ersten Mal kurz ungehalten. Privates, so hat er schon im Vorgespräch bündig wissen lassen, geht niemanden draußen etwas an. Knapp sagt er: "Wir verstehen uns gegen alle Theorie sehr gut."