die zeit: In eintägigen Seminaren bringen Sie Briefträgern bei, wie man sich vor bissigen Hunden schützt.

Stefan Begier: Ich erkläre den Postboten, die Signale des Hundes richtig zu deuten, um dann richtig reagieren zu können. Nicht jeder Hund ist aggressiv.

zeit: Aber jedes Jahr werden rund 3000 Briefträger von Hunden gebissen.

Machen die alle etwas falsch?

Begier: Das kommt auf die Situation an. Die meisten Beißunfälle passieren beim Einwurf oder beim direkten Zustellen, also der persönlichen Übergabe eines Briefs. Das eine Mal fühlt sich der Hund in seinem Revierverhalten gestört. Er sieht in dem Postboten einen Eindringling und reagiert entsprechend. Bei der direkten Übergabe ist es oft so, dass der Postbote den Hund falsch einschätzt, deshalb hektisch wird, das Tier anschreit oder versucht wegzurennen - das kann dann dazu führen, dass der Hund zubeißt.

zeit: Wie laufen Ihre Seminare ab?

Begier: Die Zusteller erhalten zunächst theoretischen Unterricht von der Fachstelle für Arbeitssicherheit. Ich arbeite dann ausschließlich praktisch.