Die Universität Haifa ist zu Unrecht in den Fokus der deutschen Medien gelangt. So schreibt Ulrich Bahnsen, die Universität Haifa in Israel kultiviere Zellen von Embryonen als Stammzellkulturen in ihren Brutschränken.

Dies stimmt nicht, weil hier überhaupt keine Forschung an humanen Embryozellen betrieben wird. Das Institute for Evolution an der Universität Haifa arbeitet interdisziplinär und erforscht die ökologischen Bedingungen, um aktuelle Probleme wie Überbevölkerung, Umweltverschmutzung oder Lebensmittelknappheit zu lösen. Nur aus diesem Grunde werden beispielsweise Gendatenbanken von Pilzen und von Maulwürfen angelegt.

Dagegen gehört das Rambam Medical Institute in Haifa zu jenen israelischen Kliniken, die sich seit Jahren mit der Reproduktionsmedizin beschäftigen. Das Rambam Medical Institute ist aber nicht der Universität Haifa angegliedert.

Gleichwohl erhielt die Universität in der vergangenen Woche bitterböse E-Mails aus Deutschland, unter anderem war die Rede von einer "neuen Wannseekonferenz" oder einer "Installation einer Gen-Rampe auf dem Weg zur Selektion von Menschenleben". Eine zynische Formulierung angesichts der Tatsache, dass einige Hochschullehrer der Universität Haifa entweder selbst den Holocaust überlebt haben oder Kinder von Holocaust-Überlebenden sind.

Besonders unglücklich war der Zeitpunkt dieser E-Mails aus Deutschland, da just in dieser Woche die Universität Haifa den Deutschen Manfred Lahnstein zum Chairman ihres Boardof-Governors gewählt hat. Eine Wahl, die nicht unumstritten war und ein Beispiel dafür ist, wie sich die Universität einen Weg zur Normalisierung zwischen Israel und Deutschland vorstellt.

Michael Siedenhans per E-Mail

Das Rambam Medical Institute ist dem Technion angegliedert, dem Institute of Technology in Haifa DZ