Er sei eine Gefahr für die Bundesrepublik Deutschland, so habe damals die Staatsanwaltschaft gewarnt. Der freundliche ältere Herr lacht, lehnt sich in seinem Bürostuhl zurück und plaudert reichlich unprätentiös aus der Zeit, als er noch Kommunist war. Kein selbst ernannter Revoluzzer, sondern ein Hoffnungsträger Ost-Berlins, der vor einem halben Jahrhundert in der jungen Bundesrepublik gegen das dem Osten verhasste Adenauer-Regime agitierte.

Hermann Weber kämpfte an vorderster Front der Freien Deutschen Jugend (FDJ).

Das kam manchem, der einst als glühender Kommunist dabei war, in der jungen Republik, die ihr Heil in der Marktwirtschaft suchte, gerade recht. Hermann Weber, heute 72 und ein angesehener Historiker, hat diese Zeit weder verdrängt noch verschwiegen, und wenn er erzählt, liegt in seiner kräftigen Stimme von Unsicherheit keine Spur.

* Herman Webers Erinnerungen erscheinen im Frühjahr 2002 unter dem Titel Damals, als ich Wunderlich hieß im Aufbau-Verlag.