Washington

Geschafft. Das wird sich George W. Bush in jenem Augenblick gedacht haben.

Denn plötzlich entkrampfen sich seine Gesichtszüge, strahlt Amerikas Präsident siegessicher. "Jeder, der etwas von Körpersprache versteht, konnte mir meine Zufriedenheit ansehen", sagt er kurz darauf den Reportern. Und wie auf Kommando verzieht sich sogar die Wolke, die eben noch vor der Sonne hing.

Der Grund für Bushs Zuversicht? "Wir brauchen eine neue Sicherheitsarchitektur", hatte kurz zuvor Russlands Präsident Wladimir Putin der Weltöffentlichkeit verkündet und damit fast wörtlich einen der Schlüsselsätze amerikanischer Politik übernommen. Wie oft hatte George W.

Bush während seiner Europareise gesagt, "wir brauchen eine neue Sicherheitsstrategie. Der Kalte Krieg ist vorbei"? Ob bei der Nato, der Europäischen Union oder gegenüber dem frisch gekürten "Freund" Putin - immer wieder warb Bush dafür, gemeinsam nach neuen Konzepten zu suchen. Mit Erfolg.

Auf einmal steht er nicht mehr als der einsame Cowboy da, der das Weltgefüge durcheinander wirbelt und alle gegen sich aufbringt. Stattdessen hat er die Initiative für eine neue transatlantische Agenda ergriffen, und alle Gesprächspartner - das ist das bemerkenswerte Ergebnis dieser Europareise - haben seine Einladung zum gemeinsamen Nachdenken angenommen. Mit welchem Ergebnis?

Freundlich, aber knallhart