Es hilft nichts, wir müssen noch einmal von vorn anfangen. Nach den Enthüllungen des vergangenen Jahres, die auch den trägsten Konsumenten darüber aufgeklärt haben sollten, dass es mehr Dinge im Fleisch und in der Wurst gibt, als sich unsere Gutgläubigkeit hat träumen lassen, können wir nicht einfach so weiter kochen, wie wir das jahrelang getan haben.

Aber wie und was? Die Frage ist einfach zu beantworten: so wie immer - was die Technik angeht. Weniger Fleisch, das versteht sich von selbst. Nicht aber in erster Linie, weil es ungesund sein könnte, sondern um den Produzenten keinen Anlass mehr zu geben, die elende Massenfabrikation weiter wie bisher zu praktizieren. Denn die - das dürften wir ja wohl begriffen haben - ist Ursache des Elends und des Jammers.

Widernatürliche Tierhaltung, künstliches Kraftfutter und chemische Mastmethoden haben nicht nur die Qualität unserer Lebensmittel drastisch verringert, sie gefährden auch die Umwelt und uns selbst. Also Schluss mit dem Wahn, Konsum gäbe es als Sonderangebot, wenn wir nur alle wissenschaftlichen Errungenschaften auf die Natur übertrügen.

Also werden wir Produkte gezielt beim Biobauern kaufen oder in jenen Geschäften und auf Märkten, die Bioprodukte anbieten. Die dürften sich stark vermehrt haben, wenn der Konsument aus der BSE-Affäre überhaupt eine Lehre gezogen hat. Also lautet die erste Regel: Finger weg von Billigangeboten!

Lieber weniger, dafür aber besser essen.

Dazu sei jeder bereit, möchte man meinen. Aber nach wie vor sind jene Gasthäuser besonders beliebt, die dem Gast große Portionen bieten. Die Bußfertigkeit der Konsumenten hält sich in Grenzen. Man sieht's an den glücklichen Gesichtern der Pommes-und-Ketchup-Sekte auf dem Weg zu ihren Fast-Food-Tempeln.

Die große Mehrheit hält trotz aller Erkenntnis dem Fleisch die Treue. Vor allem in der wichtigsten Zeit des Jahres: im Urlaub. Ob Florida oder Mallorca, Zypern oder Schottland - in der Ferne schwindet die Furcht vor den Folgen der Genusssucht.