Die Zeit: Herr Laepple, gegenüber Focus hat der balearische Tourismusminister angekündigt, den herkömmlichen Pauschaltourimus zugunsten von Golf-, Kultur- und Natururlaubern drastisch einzuschränken. Nur einen Tag später das Dementi. Hat die Reiseindustrie Druck gemacht?

Klaus Laepple: Vielleicht hat Celesti Alomar selbst gemerkt, dass solche Äußerungen nicht gerade produktiv fürs Geschäft sind. Die Mallorquiner spüren den Rückgang momentan ohnehin ganz deutlich. Schon im vergangenen Jahr kamen wesentlich weniger Urlauber aus Deutschland, das setzt sich jetzt fort.

Zeit: Es heißt, die Rückgänge seien sogar zweistellig, wenn man die steigende Zahl der Ferienhaus- und Fincabesitzer abzieht ...

Laepple: Exakt so ist es. Ohne die Nur-Flieger waren es im letzten Jahr schon zehn Prozent weniger Urlauber, diese Zahl wird bis jetzt deutlich übertroffen.

Zeit: Wie entsteht dieser massive Rückgang?

Laepple: Im vergangenen Jahr waren vor allem die Preissteigerungen dafür verantwortlich. Jetzt sind es Diskussionen wie um die Einführung der Ökosteuer und die Überfremdung der Insel. Das führt bei vielen Urlaubern zu dem Gefühl, wir sind da nicht mehr erwünscht.

Zeit: Eine Entwicklung, die für die deutsche Reiseindustrie einer Katastrophe gleichkommt, ist Mallorca doch ein Eckpfeiler des Urlaubsbusiness.