Wenn man ein hübsches Privatkonto bei der Schweizer UBS Bank (Union Banques Suisses) hat, muss man sich eigentlich um gar nichts mehr kümmern: Sie bietet ihren vermögenden Kunden zwischen Zürich, Berlin, Singapur und New York einen Rundumservice für alle Lebenslagen an, sozusagen von der Wiege bis zur Bahre.

Im separaten Bereich des Private Banking kann man sich hier nicht nur über Versicherungen aller Art, die Gründung von Stiftungen und Gesellschaften, das Verfassen von Testamenten beraten lassen, sondern inzwischen auch beim Kunstkauf und Verkauf.

Art-Banking nennt sich das junge Betreuungsfeld im Sinne von Kundenbindung und -findung. Der Bankkaufmann und Anwalt Karl Schweizer, ein Entwicklungshelfer bei der UBS, sagt: "Alle unsere vermögenden Kunden interessieren sich auch für Kunst und Kultur, nur viele haben nicht die Zeit, sich selbst darum zu kümmern." Also tut's eben die Bank - natürlich gegen Honorar.

Wo wären Kunstliebhaber besser anzusprechen als auf der Art Basel, der bedeutendsten und umsatzstärksten Kunstmesse der Welt mit einem zukünftigen Ableger in Miami Beach um die Weihnachtszeit.

Also tritt die UBS als "Hauptsponsor" des nicht gerade als wohltätig verdächtigen Messebetriebs auf und schmückt sich dafür mit Prädikaten wie "Qualität, Innovation und Kontinuität", wie der Leiter der Marketing-Group, Hans-Ueli Götz, bei der Pressekonferenz verkündete. Ein Nebeneffekt des Bank-Sponsorings wurde den Berichterstattern bei der gleichen Gelegenheit vom Messechef Sam Keller charmant untergejubelt: "Nur dank der Unterstützung der Bank ist es möglich, den Katalog an die Journalisten zu verschenken."

Was also hat das seitenweise in der Fachpresse annoncierte Art-Banking der UBS zu bieten, wobei es mit Sicherheit um andere Summen als um Arbeitsmaterialien für Multiplikatoren geht? Unentschlossene Käufer konnten und können sich in Zukunft einem gut honorierten und entsprechend kommentierten Rundgang über die Messe in Begleitung des scheidenden Frankfurter Museumsdirektors Jean-Christophe Ammann anvertrauen. Er hat bei der UBS einen Beratervertrag unterzeichnet.

Für Kunstkäufer, die den Messebesuch sozusagen extern vom Handy aus steuern, eilen sechs so genannte Experten über das Kunstfeld, holen Angebote ein, vergleichen Preise, die den Kunden mit 260 Schweizer Franken pro Stunde berechnet werden. Was die Provision über die Verkaufsabschlüsse betrifft, war keine konkrete Information in Erfahrung zu bringen.