Manche Wünsche sind zu schön, um wahr zu werden. Da geht es dem Skeptiker nicht besser als dem Mann im Märchen: Fällt das große Glück vom Himmel, versteckt er es im Kohlenkasten

und wenn er später noch mal nachschaut, ist das Unglaubliche so ratzeputz verschwunden, als sei es nie da gewesen. Ernst Ullmann, bis 1993 Ordinarius für Kunstgeschichte an der Uni Leipzig, hat nun den Fehler begangen, das Unglaubliche nicht nur für möglich zu halten, sondern es aller Welt zu präsentieren. 65 Gemälde aus einer unbekannten Privatsammlung sind durch Ullmanns Vermittlung neuerdings in der Kustodie der Uni Leipzig zu sehen. Von Raffael bis Monet heißt das Ereignis. Doch bereits vor der Eröffnung wurde arg bezweifelt, ob denn die Raffael, Tizian, Rubens, Rembrandt (neun!), Turner, Renoir, Picasso und so fort von besagten Künstlern stammen. Denn die Zuschreibungen sind nur wenig gestützt, und die Limacon-Sammlung aus Liechtenstein ist in der Kunstwelt eine bisher unbekannte Größe. Die kunsthistorische Fakultät der Alma Mater hat sich vorsorglich von der Präsentation distanziert. Ob Urheberschaft in diesem unglaublichen Zusammenhang noch verifizierbar ist? Wir Laien unter den Kunstliebhabern können froh sein, dass wir in der Gewissheit aufgewachsen sind, die Sixtinische Madonna stamme eben von Raffael und Punkt. Da hat eine lang gereifte Liebe unseren Glauben befestigt. Jetzt sollen die Experten erst einmal beweisen, was unsereins nicht glauben will.