Deutschlands Nobelautohersteller freuen sich trotz nachlassender Autokonjunktur über glänzende Verkäufe. Doch auf dem amerikanischen Markt zeigt sich bereits, dass sich Mercedes, BMW, Audi und Porsche nicht zu sicher fühlen dürfen. Nachdem die Nobelmarke Lexus des japanischen Toyota-Konzerns bereits im vergangenen Jahr Mercedes-Benz den Titel der meistverkauften Luxusmarke auf dem amerikanischen Markt entriss, sind die Lexus-Verkäufer optimistisch, den Spitzenplatz auch zu verteidigen. Mit einem Verkaufsplus von 17 Prozent in den ersten fünf Monaten vergrößerten die Japaner die Distanz zu Mercedes-Benz (plus 0,5 Prozent) deutlich. Die Stuttgarter mussten ihren zweiten Platz sogar an den Erzkonkurrenten BMW abgeben. Die Münchner konnten ebenso wie die zweite japanische Nobelmarke Acura (Honda-Konzern) die größten Zuwächse erzielen. Vorteil für Lexus: In Qualitätsumfragen hängt die japanische Nobelmarke ihre europäischen Konkurrenten regelmäßig ab. Die Zuverlässigkeit der gerade mal zwölf Jahre alten Marke Lexus gilt in der Branche mittlerweile als "Benchmark", also als Maß der Dinge.

In Europa spielte Lexus bislang eher eine Nebenrolle. Was der japanischen Marke auf dem Alten Kontinent fehlte, war die emotionale Komponente. Doch auch hier ist Abhilfe in Sicht. Im Herbst kommt der neue Luxussportwagen SC 430 nach Europa, der es nicht nur bei der Technik, sondern auch im Design mit der europäischen Konkurrenz (Mercedes SL, Porsche 911) aufnehmen kann. Rund fünf Prozent Anteil am Luxussegment ist das mittelfristige Ziel für die Marke Lexus in Europa, verrät John Howard von der Brüsseler Europazentrale.

Dass so viel Optimismus durchaus berechtigt ist, zeigte sich gerade erst beim Vergleichstest des Branchenblatts auto motor und sport. Dort wurde das Aushängeschild der europäischen Automobilbauer, die Mercedes-S-Klasse, doch glatt von einer Lexus-Limousine geschlagen. Das muss in Stuttgart zu denken geben.