Sicher ist sicher.

Gendarm müsste man sein! Paradiesischen Frieden verspricht zum Beispiel der Einsatz in Latché. Dort hatte François Mitterrand ein Ferienhaus, in dem einst die gesamte französische Prominenz defilierte. Nun ist zwar ein anderer Staatspräsident und Mitterrand seit fünf Jahren tot. Das Haus aber wird noch immer bewacht, als ob alle Terroristen dieser Welt rückwirkend zuschlagen könnten: Tag und Nacht passt ein Peloton von 18 Gendarmen auf, dass dem Pavillon nur ja nichts geschieht. Die Kosten für den Steuerzahler: 700 000 Mark im Jahr aus dem Verteidigungshaushalt.

Kranke Relikte?

Europas Regierungschefs wollen sich von 2002 an nicht mehr im Gipfel-Wanderzirkus bewegen, sondern lieber in Brüssel häuslich einrichten.

Häuslich? Unter den drei, vier Gebäuden, die zur Diskussion stehen, sind eine Ausstellungshalle - und ein Krankenhaus. Ein Schuft, wer Böses dabei denkt.

Grundwerte und Tugenden.

ZEIT-Herausgeberin Marion Dönhoff wurde in der vorigen Woche in Dillingen der St.-Ulrichs-Preis verliehen. Begründung: "Das hervorragende Wirken, mit dem sie durch kritische Kommentierung der Politik, durch Einsatz für Verständigung und Versöhnung mit den Nachbarn im Westen und im Osten, durch ihr stetes Werben für Toleranz, Liberalität und Weltoffenheit zu einer christlichen Völkerverbindung beigetragen hat." - Helmut Schmidt hielt die Laudatio, aus der wir hier zitieren: "Unter dem Primat des Grundwertes der Würde der Person hat Marion Dönhoff über ein langes Leben ihre Leser, ihre Mitmenschen auf den anderen Grundwert der Brüderlichkeit und auf den dritten Grundwert der Gerechtigkeit orientiert. Wenngleich sie niemals große Worte oder Apotheosen geliebt oder gar selber gebraucht hat, sie hat in ihrer journalistischen Praxis immer den beiden Kardinaltugenden der Klugheit und des Maßes gehorcht - ob sie nun über Europa schrieb oder über deutsche Innenpolitik, über Probleme der Schwarzen im Südafrika der Apartheid oder über die Dissidenten in der Sowjetunion. Die dritte Kardinaltugend der Gerechtigkeit ist ihr selbstverständlich. Aber die vierte Kardinaltugend im Sinne des heiligen Thomas von Aquin, nämlich die Tapferkeit, mit der sie unerwartete, unpopuläre und auch unerwünschte Positionen formuliert und verteidigt und behauptet, ist ihr wahrscheinlich erst im Laufe ihres ersten Lebens zugewachsen."