Er wuchs in einer aufstrebenden Familie heran: Der Vater seines Vaters, der aus Heilbronn kam, war Architekt

er entwarf Bauten für das k. u. k. Militär, heiratete eine österreichische Generalstochter und lehrte an der Technischen Hochschule Wien, nachdem er sich beim Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanals verdient gemacht hatte. Und diese Verdienste des Großvaters zahlten sich nicht allein in blanker Münze aus, sondern er wurde vom Kaiser mit dem erblichen Adel belohnt.

Auch sein Vater war mit großen technischen Aufgaben befasst, mit dem Bau der Tauern- und der Karawankenbahn. Der Sohn schrieb später: Dort tobten seine Mineure in den vorgetriebenen Stollen

da brach das Wasser ein, dort mußte der Fels durch Futtermauern gestützt, hier wieder gesprengt werden. Und so sprang er aus dem Wagen, voll Begier seinem Ziel und seinem Werk entgegen ... voll nervöser Kraft, ein willensstarker Mann.

Die Mutter hingegen schien dem Sohn lange nur eine Kreatur ihres Mannes zu sein, den sie anbetete, und zwar kritiklos. Dass sie die künstlerischen Bemühungen ihrer Kinder bedingungslos unterstützte, erkannte er erst spät.

Er war der Jüngste von sechs Geschwistern. Als Sechsjähriger kam er in eine fortschrittliche Schule und danach auf das humanistische Gymnasium. Privat erhielt er Unterricht in Englisch und Französisch und lernte obendrein Cello.

Weil er trotz hervorragender Gedächtnisleistungen und manchmal überraschender Kenntnisse, mit denen er Lehrer wie Freunde der Eltern verblüffte, wegen einer gewissen Arroganz und Aufsässigkeit nur ein mittelmäßiger Schüler war, gab man ihm einen Hauslehrer, der starke homosexuelle Neigungen hatte und sich offenbar bemühte, den jungen Mann zu verführen.