Stimmt's? Nr. 28/2001

Eine bombige Legende von 

Peter Glaser, Berlin

Ich hatte vergangene Woche die Gelegenheit, den Vater des Internet zu dieser alten Legende zu befragen. Oder sagen wir: einen der Väter, denn diese Vaterschaft beanspruchen ja viele für sich, sogar Al Gore. Leonard Kleinrock ersann an der University of California in Los Angeles (UCLA) das geniale Verfahren, die Daten in kleinen Paketen über Leitungen durch die Welt zu schicken.

Zwar wurden die ersten Internet-Knoten von der Advanced Research Projects Agency (Arpa) finanziert, die damals für das Verteidigungsministerium Forschungsprojekte förderte. Die Agentur suchte nach einer Methode, die damals knappen Rechenkapazitäten der einzelnen Hochschulen durch den Austausch von Daten besser auszunutzen. Aber es waren in der Mehrzahl zivile Projekte, die damals gefördert wurden. Und auch Kleinrock dachte bei seinen Forschungen nicht an nukleare Auseinandersetzungen. "Das ist ein Mythos", sagt er.

Während die ersten Worte, die über das Telefon oder den Fernschreiber geschickt wurden, legendär sind, weiß kaum jemand etwas über die erste Kommunikation im Internet, das damals noch Arpanet hieß. Die fand am 29. Oktober 1969 statt, zwischen einem UCLA-Computer und einem Rechner am Stanford Research Institute. Es sollten die Buchstaben LOG (für "Login") übermittelt werden. Parallel sprachen die Techniker übers Telefon. "Hast du das L?" - "Ja!" - "Hast du das O?" - "Ja!" - "Hast du das G?" Dann stürzte der Rechner ab.

Die Adressen für "Stimmt's?"-Fragen: per Brief an DIE ZEIT, Stimmt's?, 20079 Hamburg, per E-Mail an stimmts@zeit.de.

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