Bumerang
Schlechte Angewohnheiten wird man schlecht wieder los. Zumal dann, wenn man sie jahrelang einstudiert hat
wenn sie bis tief in die Fußspitzen und Hacken eingegangen sind. Die Macke bleibt, Relikt einer Vergangenheit, an die sich niemand gern erinnert.
Nur weil sich die Verhältnisse ändern, ändern sich die Menschen eben noch lange nicht. Davon erzählt unser Film in einem Tempo, dass einem schwindlig wird. Drei Welten prallen aufeinander, verbraucht und hässlich die eine, auf dem Weg dahin die zweite, dynamisch bis zum Abheben die dritte. Deren oberster Möchtegernheld beansprucht, die einzig gültige aller Welten zu bewohnen, er handelt vordergründig für einen guten Zweck, ist aber brutal in seinen Mitteln.
Ohne den Schaupieler, der diesen kleingewachsenen Größenwahnsinnigen verkörpert, hätte der Film vermutlich gar nicht funktioniert. Mit jeder Faser seines Wesens ist er der menschliche Automat, der alles nach seinem Willen gestalten will. Doch weil noch einer über ihm steht, bleibt ihm das Ziel versperrt. Ein simpler familiärer Auftrag entpuppt sich als geschäftlicher Bumerang
erst geht der Plan auf, dann wird er zur Falle, in die er selber stolpert. Denn mit einem hat er nicht gerechnet: dass zwei sich - allen inneren und äußeren Schranken zum Trotz - richtig ineinander verknallen.
Für den Dreh war der Regisseur in das Land zurückgekehrt, das er Jahrzehnte zuvor verlassen hatte. Und wieder brachte es ihm kein Glück: Seinen grellen Humor empfanden viele angesichts aktueller Ereignisse als geschmacklos. Als Filmemacher ein Meister des Timings, hatte er den passenden Zeitpunkt verfehlt. Erst viel später wurde der Film gewürdigt, als grandiose Satire auf eine gnadenlose Realität. Wie heißt der Film?
Preise:
- Datum 19.07.2001 - 14:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 30/2001
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