Die Computerwelt ist die Welt des Fortschritts. Die Prozessoren werden schneller, die Festplatten fassen immer größere Datenmassen. Gern bemühen die Hersteller hinkende Vergleiche wie diesen: Hätte sich die Autoindustrie entsprechend entwickelt, so müsste ein Rolls-Royce heute mit einem Liter Sprit eine Million Kilometer weit fahren. Nun gut, dafür muss man sich aber auch nicht alle zwei Jahre ein neues Auto kaufen, weil das alte nicht mehr mit der Straße kompatibel ist.

In dieser Woche gibt es wieder einen Anlass, den unaufhaltsamen Computerfortschritt zu feiern: Vor 20 Jahren, am 12. August 1981, brachte die Firma IBM den ersten Personalcomputer auf den Markt. Dessen Verkaufszahlen übertrafen alle Erwartungen, und durch den neuen "Industriestandard" wurden der Chiphersteller Intel und die Softwarefirma Microsoft reich, während IBM bald von anderen Herstellern überflügelt wurde.

Der Ur-PC hatte keine Festplatte, und sein Prozessor tickte mit 4,77 Megahertz - heutige Bürocomputer schaffen locker das 300fache. Aber sind die modernen Pentium-Maschinen wirklich so viel besser? Die Zeitschrift c't wollte es jetzt genau wissen. Man trieb tatsächlich noch einen Original-PC auf, schaffte es sogar, ihn ans Internet anzuschließen und das Datum richtig einzustellen (Stichwort "Millennium-Bug" - erinnert sich noch jemand?). Dann ließ man die angestaubte Kiste gegen einen modernen 500-MHz-PC antreten. Die meisten Tests verliefen beschämend für den Veteranen: So brauchte er für ein komplexes Fraktalbild des "Apfelmännchens" 7428-mal so lange wie der Computer des Jahrgangs 2001. Anders gesagt: Für das, was der Neue in einer Sekunde rechnet, rackerte er über zwei Stunden.

Sekretärinnen berechnen aber nur selten Fraktale. Deshalb dachten sich die c't-Redakteure einen Test aus, der näher an der Praxis lag: den "Tante-Frieda-Benchmark". Der bestand darin, den Rechner einzuschalten (zu "booten"), einen kurzen Brief zu schreiben ("Liebe Tante Frieda, komme dich morgen besuchen, dein Franz-Josef"), den Brief auszudrucken und den Rechner ordnungsgemäß "herunterzufahren". Das Ergebnis: Während der moderne Computer noch sein buntes Windows-System lud, war die Arbeit am PC der ersten Stunde längst erledigt - insgesamt war er um 37 Prozent schneller. So viel zum Thema Fortschritt.