Das Ende der IronieSeite 2/2

Deshalb sind sie - Literatur der Mode - ein wesentlicher Bestandteil des kapitalistischen Realismus geworden. Aber, das ist doch immer die bange Frage, wo bleibt dabei die Kunst?

Kunst, zumal die bildende, die schon immer mehr mit Namen auf den Markt ging, spiegelt den Zeitgeist, widerspricht ihm und bildet ihn weiter. In der Frankfurter Schirn war bis vor kurzem ein Bild zu sehen, das - Weiß in Weiß - Dreidimensionalität vortäuschende Scheiben zeigt. Rechts - quer über das untere Drittel des Bildes - läuft ein Balken, auf dem "susanne paesler" - der Name der Künstlerin - zu lesen ist. Dieser höchst diabolische Kommentar zum Thema Markenware und Kunst macht da weiter, wo der kapitalistische Realismus nicht einmal hinkommt: bei der Abstraktion desselben. Mit mehreren Bildern, in verschiedenen Farben, geometrischen Formen und Formaten, aber mit immer demselben Schriftzug wäre die Grenze vom Kunstwerk zum Konsumartikel auf einem neuen Weg überschritten.

Erinnern Sie sich an das alte Beispiel mit der Banknote? Wenn auf ein Stück Papier eine Zahl gedruckt wird, ist das Papier genau diese Summe wert. Geld als Metapher. Es funktioniert, solange alle daran glauben. Oder sich so verhalten, als täten sie es. Man nennt so etwas Konvention. Andy Warhol übrigens signierte einst Geldscheine. Dann waren sie noch mehr wert. Und das Frankfurter Bild heißt: signature.

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service