Spülmittel enthalten Tenside. Die setzen die Oberflächenspannung des Wassers herunter, was für die Reinigung wichtig ist, aber auch noch einen schönen Nebeneffekt hat: Wenn man das gespülte Geschirr abtropfen lässt, so bilden sich bei Wasser mit Spülmittel keine dicken Tropfen, sondern ein dünner Film, der im Idealfall praktisch rückstandsfrei abfließt. Während man also Gläser, die mit klarem Wasser nachgespült wurden, abtrocknen muss, um hässliche Wasserflecken zu vermeiden, kann man sich das bei der Spülmittellauge sparen.

Was aber heißt "praktisch rückstandsfrei"? Spuren von den Tensiden bleiben immer zurück. Manchmal kann man das zum Beispiel daran erkennen, dass der Schaum eines frisch eingeschenkten Bieres in sich zusammenfällt (das ist aber schon ein Hinweis auf zu viel Spülmittel). 1973 sind diese Spuren einmal im Auftrag der Industrie sehr gründlich untersucht worden. Das Ergebnis damals: Wenn man alle Tensidrückstände zu sich nähme, die im Laufe eines Jahres auf den Tellern, Tassen, Gläsern und Bestecken zurückbleiben, dann käme man auf eine Menge von 100 bis 150 Milligramm pro Person. Aber dazu müsste man schon alle Teller gründlich ablecken. Bei einer solchen Menge gehen selbst Umweltschützer nicht von schädlichen Wirkungen aus, zumal sich Tenside nicht im Körper anreichern.

"Giftig" sind die Spülmittelrückstände also nicht, und bei richtiger Dosierung wird man sie auch nicht schmecken. Wem der Gedanke trotzdem ein Graus ist, der muss halt nachspülen - und abtrocknen. Christoph Drösser

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