Der Spaß beginnt schon beim Zusammenstecken. Viel kann man dabei eigentlich nicht falsch machen, nur die Rotorblätter verkehrt herum einbauen.

Ein bisschen wackelig sitzt der Plastikkörper auf dem Griffstück, aber wenn man es schafft, die Reißleine zu betätigen, ohne dass alles zu Boden fällt, wird man mit einer Demonstration physikalischer Gesetzmäßigkeiten belohnt.

Das Ding wuppt in die Luft, steigt rasch seitlich, wobei sich der Körper wie verrückt gegen die Richtung der Rotorblätter dreht. Das ist das Drehmoment, das in der Drehflügelflugforschung schon früh das Hauptproblem auf dem Weg zu einer flugstabilen Maschine ist.

Spielzeughubschrauber, wie der hier abgebildete, gehören wahrscheinlich zu den ältesten technischen Mustern der Welt. Vor 4000 Jahren waren es die Chinesen, die (inspiriert durch zu Boden segelnde Ahornsamen) Luftkreisel aus Holz, Federn und Schnüren bauten. Wie der chinesische Luftkreisel dann genau nach Europa kam, lässt sich nicht mehr nachvollziehen.

Zum ersten Mal wird er 1475 entdeckt, auf dem Einband eines Gebetbuchs. Im 16. Jahrhundert findet man ihn in verschiedenen Gemälden, zum Beispiel bei Pieter Brueghel dem Älteren in den Flämischen Kinderspielen. Besonders beeindruckend ist auch das Bild eines unbekannten Künstlers, das in einem Museum in Le Mans hängt. Es heißt Die Heilige Jungfrau mit dem Helikopter und zeigt Maria und den Jesusknaben, der einen hölzernen Flugkreisel in den Händen hält.

Vom Spielzeug zum wissenschaftlichen Demonstrationsobjekt war es dann nur noch ein kleiner Schritt. Die Franzosen Launoy und Bienvenu starten am 28.

April 1784 auf dem Platz vor der Pariser Akademie der Wissenschaften einen Luftkreisel aus Gänsefedern, die an einem Stück Kork befestigt sind. Zum Entzücken der anwesenden Honoratioren fliegt der Luftkreisel mehrmals hin und her: der Beweis, dass der fortgesetzte mechanische Drehflügelflug möglich ist.