Auf der Milchstraße
Gabriele Killert, Richard Schoettler: "Kinski oder nicht Kinski?", ZEIT Nr. 35
Die Autoren haben wohl begründete Zweifel an der Authentizität der handschriftlichen, textähnlichen, wenn nicht gar textgleichen Manuskripte der Gedichte Klaus Kinskis geäußert - es seien dabei, heißt es, womöglich Freunde, und eben nicht er selbst, am Werk gewesen.
Nun: Freunde, und seien es auch die größten, hätten dem Riesen, der wohl jedem über den Kopf gewachsen war, nie und nimmer in den Sattel helfen können
er war längst dem eigenen Pferd durchgegangen und ginge auch heute, tot, angeblich, liebend gern noch zum Abschied einmal und toll wie ein Blitz in jedweden einschlagen, der es wagen wollte, und wer wollte es schon, ihn einzuholen?
Warum Kinski sein so unerhörtes Licht unter den Scheffel gestellt hat? Gute Frage. Indes: Ein paar Geheimnisse soll ein Himmelskörper doch, bitte, mit auf seine Milchstraße nehmen dürfen.
Thomas Harlan, Verberie, Frankreich
- Datum 13.09.2001 - 14:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 38/2001
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