Stimmt’s? Abgestandener Pflanzenschutz

Blumenfreunde behaupten oft, man solle Pflanzen nur mit abgestandenem Wasser gießen. Deshalb ist bei ihnen die Gießkanne immer voll. Alexander Engelbrecht, Hannover

Die meisten Zimmerpflanzen vertragen durchaus Wasser, das direkt aus der Leitung kommt. Es gibt aber dennoch zwei Gründe, das frische Leitungswasser eine Weile stehen zu lassen:

Erstens die Temperatur. Auch Pflanzen sind sensible Wesen, und eiskaltes Wasser an ihren Wurzeln kann vor allem tropische Gewächse durchaus schocken. Deshalb ist Wasser, das sich auf Zimmertemperatur erwärmt hat, für die meisten Pflanzen besser.

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Der zweite Grund ist die Hoffnung, dass Stoffe aus dem Wasser verschwinden, die nicht gut für die Pflanzen sind. Manchmal ist von Chlor die Rede, aber das Trinkwasser in Deutschland ist kaum noch gechlort. Da ist das Argument mit dem Kalk schon triftiger. In manchen Gegenden ist das Wasser so "hart", also kalkhaltig, dass es die Blumenerde zu alkalisch machen kann. Das sieht man dann auch an den weißen Kalkablagerungen. Einige Pflanzen sind besonders kalkempfindlich - etwa Azaleen und Hortensien. Und tatsächlich lagert sich beim Abstehenlassen ein Teil des Kalks in der Gießkanne ab. Besser ist es aber, von vornherein "weiches" Wasser zu benutzen, etwa aus der Regentonne. Christoph Drösser

Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de . Das »Stimmt’s?«-Archiv: www.zeit.de/stimmts

Audio: www.zeit.de/audio

 
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