Die Terror-Therapie

Soldaten, Banker, Diplomaten: Allianz gegen das Verbrechen

Krieg gegen den Terror? Bei "Krieg" denken wir an die Todesmühlen von Flandern, an Dresden und Nagasaki, an das Gemetzel im Kursker Bogen - an Krieg bis zum Letzten. Heute gibt es solche Kriege gottlob nicht mehr - siehe zuletzt gegen Serbien, wo die Mittel begrenzt waren (keine Bodentruppen), davor gegen Irak, wo es die Ziele waren (kein Durchmarsch nach Bagdad). Die Terrorabwehr passt noch weniger in das klassische Schema. Sie ist global, aber nicht total - vor allem mehrdimensional: Banker und Kriminalisten, Zollbeamte und Cyber-Spezialisten sind so wichtig wie Stoßtrupps und Raketen.

Doch wird dieses Gefecht sehr lange dauern.

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Viele haben sich gewundert, warum "Cowboy" Bush so besonnen reagiert, warum er nicht gleich nach dem Massenmord ein High-Tech-Feuerwerk am Hindukusch entzündet hat. Tatsächlich muss man weder Clausewitz noch Gandhi sein, um nachzuvollziehen, was im Oval Office verworfen und beschlossen worden ist.

"Mit Goldstücken wirft man keine Fenster ein", lautet ein geflügeltes englisches Wort. Erst recht nicht, wenn hinter den Scheiben kein greifbarer Gegner sitzt. Krieg im klassischen Sinne heißt: Dort ist der Feind, wie ihn überwältigen? Doch gibt es heute weder ein Schlachtfeld noch eine Schlachtordnung. Der globale Terrorismus gleicht einem Krebs mit vielen unsichtbaren Herden. Es reicht nicht, nur ein Karzinom herauszuschneiden, denn was bleibt, streut. Vor allem darf der Patient nicht getötet werden. Der Patient? Das sind die Geschundenen und Unterdrückten von Afghanistan, das sind wir - unsere liberale Staats- und Wirtschaftsordnung.

Im Irak gab es knapp 3000, in Serbien etwa 1000 relevante Ziele. In Afghanistan? Nichts, jedenfalls nichts von vergleichbarer Größe: keine Divisionen, keine Infrastruktur. Die letzten verlässlichen Daten stammen von 1992

heute meldet das Londoner Institut für Strategische Studien lapidar: "Die Rüstungsbestände sind unbekannt." Vermutet werden zweistellige Zahlen bei Panzern, Flugzeugen und Raketen ältlicher sowjetischer Provenienz. Dieses Gerät auszuschalten ist das geringste Problem der Allianz. Hier schlägt die "asymmetrische Kriegführung", die den Terror begünstigt hat, zugunsten der Abwehr zu Buche. Was sich bewegt, wird gesehen

was in die Zielcomputer eingespeist werden kann, wird zerstört - aus der Distanz und mit Präzision.

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