Geschichten, die das Leben schrieb
Im ZEIT-Extra vom 17. September berichteten Menschen aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln, wie sich ihr Leben nach den Anschlägen in Amerika verändert hat. Einer der Befragten, Mehmet Öcal, Sprecher des Islamrates in Bonn, erzählte davon, wie es sich anfühlt, von Mitmenschen als Bedrohung wahrgenommen zu werden. Direkt nach den Anschlägen wurde der Islamrat in Bonn gehäuft per E-Mail, Brief oder Telefon beschimpft und bedroht. Mittlerweile sind die Morddrohungen wieder weniger geworden, sagte uns Öcal Ende vergangener Woche.
Die Ressentiments sind nach wie vor deutlich spürbar. Eine Muslimin mit Kopftuch, die im Stadtbus als Frau von bin Laden angepöbelt wird - diese Art von Geschichten hört Öcal immer wieder. Es gibt aber auch viele Christen, die jetzt mehr über den Islam erfahren wollen, sagt er. Trotzdem fährt Mehmet Öcal auch weiterhin lieber mit dem Auto zur Arbeit als per Bus.
Das ZEIT-Extra kann übrigens, solange der Vorrat reicht, kostenlos über den Vertrieb der ZEIT nachbestellt werden. Als Dankeschön freuen wir uns über eine Spende zugunsten der Opfer auf das Konto 119 20 01 bei der Deutschen Bank 24, Stichwort: 11. September 2001 Bislang kamen durch Spenden und den Reinerlös der Extra-Ausgabe schon mehr als 1,5 Millionen Mark zusammen.
Vielen Dank!
- Datum 04.10.2001 - 14:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 41/2001
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