Über sieben Brücken

die zeit: Sie sind Mitbegründerin des Projektes MathePrisma, das eben den mit 100 000 Euro dotierten Medida-Prix für gelungene Mediendidaktik an Hochschulen bekommen hat. Sie bieten Matheunterricht im Internet. Wozu?

Stefanie Krivsky: Man kann damit nicht den klassischen Unterricht ersetzen.

Anzeige

Aber für Schüler, die sich über das hinaus, was der Unterricht bietet, für Mathematik interessieren, soll MathePrisma ein Angebot zum Selbstlernen sein.

zeit: Wie funktioniert das?

Krivsky: Wir bieten 19 Lernmodule im Internet an. Die Brücken von Königsberg sind ein hübsches Beispiel. Man bekommt dabei Einblick in die Grafentheorie.

Der Nutzer soll einen Weg über alle Brücken in Königsberg finden, ohne eine zweimal zu überqueren. Nach fünf Minuten erfährt er durch Probieren, dass es diesen Weg nicht geben kann. Wir geben dieses Ergebnis nicht vor, der Nutzer erfährt es selber. Er merkt also: Es liegt nicht an mir, dass ich diesen Weg nicht finden kann, sondern an der Problemstellung. Darauf aufbauend, vermitteln wir die Technik des Widerspruchsbeweises und geben Einblick in die Grafentheorie. Am Schluss gibt es noch eine Erklärung dafür, warum man beim Haus vom Nikolaus an einer bestimmten Ecke anfangen muss.

zeit: Was haben die am Projekt beteiligten Studierenden davon?

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service