Der unermüdlichste Tourist ist das Wasser. Es macht sich breit auf 71 Prozent der Erdoberfläche. Dem Zauber seiner flirrenden Unfassbarkeit, seiner Heilkraft und Zerstörungswut erlag der Fotograf Hans Silvester bereits vor 20 Jahren. Seither lichtet er das Element in allen Aggregatzuständen ab. Das Ergebnis dieser feucht-flüssigen Recherche ist nun in dem Bildband Wasser - Quell des Lebens (aus dem Französischen von Egbert Baqué

Knesebeck Verlag, München 2001

224 S., 98,- DM) zu bewundern - eine kunstvolle Hommage an den bedeutendsten Bildhauer unserer Landschaften und die Keimzelle des Lebens. Ob Algen, die in Eiskristallen wie in Aspik liegen, ob Tautropfen im Spinnennetz, die wie ein Raster von Vasarély den Blick verführen - der Fotograf folgt den Spuren der Schöpfung (unser Bild: Kajakfahrer vor einem römischen Viadukt bei Nîmes). Für den fachkundigen Text sorgten die Agrarwissenschaftler Marie-France Dupuis-Tate und Bernard Fischesser, die den chemischen und physikalischen Eigenschaften des Wassers auf den Grund gehen und die Wechselwirkung von Wasser und Klima untersuchen. Den frevelhaften Umgang mit der kostbaren Ressource kritisieren die Autoren im Abschlusskapitel und warnen vor der Verwüstung des blauen Planeten. Denn der bisher so unermüdliche Tourist namens Wasser scheint dem Ende seiner langen Reise entgegenzusteuern. CS