Ein neuer "Anbieter" drängt auf den Terrormarkt - und schafft den spektakulären Einstieg. Mit der Ermordung eines israelischen Ministers hat die fast vergessene "Volksfront" die Alteingesessenen vorläufig verdrängt; eine solche Provokation haben Hamas und Dschihad bislang nicht gewagt. Das Timing war perfekt: Just zuvor hatten Israelis und Palästinenser einander wieder Avancen gemacht. Premier Scharon sprach zum ersten Mal von einem palästinensischen Staat und wollte sich gar mit Arafat treffen.

Das ist die Logik des Terrors, der mit Israel vor allem die Verständigung treffen will. Und fast ging die Rechnung auch auf. Jerusalem drohte mit dem Schlimmsten - einem Angriff auf die Palästinenser-Behörde -, ließ aber die Panzer nicht bis zu Arafat vorstoßen.

Tatsächlich hat Israel keine vernünftige militärische Option, erst recht nicht in einer Zeit, in der Washington alles tut, um die Araber bei der Stange zu halten. Und schon gar nicht, wenn Außenminister Peres mit dem Bruch der israelischen Koalition droht. Doch Arafat, der bislang auf das Doppelspiel Terror - Verhandlung gesetzt hat, muss wissen, dass auch seine Optionen dahinschmelzen. Dem Terror freie Hand zu lassen und zugleich den Traum vom Staat zu verwirklichen wird ihm nicht gelingen. Er wird die Mörder verhaften oder einen Krieg riskieren müssen, in dem es keine Gewinner gibt.