Ich habe dafür ein gewisses Verständnis.

Auch Sympathie?

Das kommt darauf an. Wenn es zum Einsatz von Gewalt kommt, lehne ich das ab.

Die Proteste richten sich gegen die wachsende ökonomische Macht internationaler Konzerne, aber auch gegen eine weltweite kulturelle Uniformierung und Gleichschaltung. Sind Sie sich Ihrer gesellschaftlichen Verantwortung als Chefdesignerin bei H&M bewusst?

Natürlich, und wir nehmen diese Verantwortung sehr ernst. Doch es gefällt mir nicht, in diesem Zusammenhang von Uniformierung und Gleichschaltung zu sprechen. Im Gegenteil, es soll keinen Einheitslook geben. Ich hoffe vielmehr, dass wir unseren Kunden helfen, einen persönlichen Stil zu finden. Viele unserer Kollektionen sind eine gute Basis, um sie mit Produkten anderer Hersteller zu kombinieren. Das können Sachen vom Flohmarkt sein, aber auch Designerstücke. Unsere Modelle sind also Vorschläge, und wie man die aufnimmt, bleibt jedem selbst überlassen. Abgesehen davon ist Mode nicht der einzige kulturelle Einfluss. Auch Popmusik und Kinofilme tragen zum herrschenden Modestil bei. Und man darf eins nicht vergessen: Es gibt auch viele Menschen, die sich für Mode herzlich wenig interessieren. Die möchten einen Mantel und eine Hose. Und fertig.

Wie unterscheiden sich Kollektionen von H&M in Stockholm von denen in New York, Paris, Barcelona oder Berlin?

Da gibt es kaum Unterschiede. Wir sind in vierzehn Ländern vertreten, und achtzig Prozent der Kollektionen sind überall gleich.