DIE ZEIT: Berlin stellt bis zum Jahresende Sondermittel von 13 Millionen Mark zur Verbesserung der Sicherheit bereit. Davon sind 6 Millionen Mark abzuziehen, die für Berlin-Einsätze von Polizisten anderer Bundesländer ausgegeben werden müssen. Vom Rest werden Mannschaftswagen gekauft, Helme, Computer und Kleidung. Reicht das, um die Bundeshauptstadt sicher zu machen?

Ehrhart Körting: Das ist nur unser Sofortprogramm. Auf Dauer ist gewiss mehr erforderlich. Besonders in den Anschaffungen für die Polizei ist in den vergangenen Jahren viel gespart worden. Da muss nachgelegt werden. Wir müssen allerdings sehen, dass Investitionszahlen dieser Art nichts besagen über die Qualität der Antiterrorarbeit. Die Herausforderung, die sich seit dem 11. September stellt, richtet sich in erster Linie an die Informationsbeschaffung. Dafür brauchen wir Technik und Spezialisten, die das Milieu der radikalen Islamisten aufhellen können. Das hat nichts zu tun mit massenmäßiger Ausrüstung der Polizei.

ZEIT: Wenn Bayerns Polizei von der CSU-Landesregierung zusätzliche 400 Millionen Mark für die kommenden fünf Jahre erhält, dann ist dies also kein Beitrag zur Terrorismusbekämpfung?

Körting: Das mag ein Beitrag zur inneren Sicherheit sein, aber es ist eine Mogelpackung, wenn sich damit die Aussage verbindet: So bekämpfen wir den Terror. Was die Bayern machen, kommt vor allem der allgemeinen Polizeiarbeit zugute.

ZEIT: Also mehr Geld für polizeilichen Staatsschutz und den Verfassungsschutz?

Körting: Ja, wir werden jetzt in Berlin 3,6 Millionen Mark für die Nachrüstung von Anlagen zur Telefonüberwachung ausgeben.

ZEIT: Wie wahrscheinlich ist es, dass Berlin von einem terroristischen Anschlag überrascht wird?