Der gesetzlichen Krankenversicherung drohen weitere Einnahmeausfälle in Milliardenhöhe. Bundesarbeitsminister Walter Riester liegt eine Empfehlung des Bundesrechnungshofes vor, wonach die Rentenversicherung rund 3,8 Milliarden Mark einsparen könnte, wenn sie Überweisungen an die gesetzliche Krankenversicherung nicht ganz so pünktlich erledigen würde wie bisher. Gut 22 Milliarden Mark zahlen die Rentenversicherer im Jahr an die Kassen für die Krankenversicherung der Rentner. Nach Ansicht des Rechnungshofes erfolgen diese Überweisungen im Schnitt sechs Wochen zu früh. Wird die Zahlungsweise geändert, bedeutet das einen einmaligen Spareffekt von 3,8 Milliarden Mark.

Weil die gesetzlichen Krankenkassen im gleichen Umfang belastet würden, haben die Krankenkassen in einem Brief an Gesundheitsministerin Ulla Schmidt vor weiteren Beitragssatzsteigerungen gewarnt. "Angesichts der ohnehin minimalen Rücklagen und Liquiditätsreserven der gesetzlichen Krankenkassen würde aus einer solchen Regelung weiterer Druck auf die Beitragssätze entstehen", heißt es in einem Schreiben an die Ministerin.


Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, analysiert das veränderte Verbraucherverhalten der Deutschen nach den Terroranschlägen in den USA: "Der Anteil derer, die glauben, es geht bergab, hat zugenommen. 47 Prozent der Bevölkerung halten es für möglich, dass sie von der Misere direkt betroffen werden. Und jeder achte Arbeitnehmer befürchtet, er könne innerhalb des nächsten halben Jahres seinen Arbeitsplatz verlieren. Dieser Anteil ist doppelt so hoch wie in normalen Zeiten."

Köcher kritisiert die Kommunikationsstrategie verschiedener Wirtschaftszweige in der jetzigen Situation: "Die allermeisten Firmen haben Werbung und PR zurückgefahren. Ich als Unternehmen würde doch auf antizyklische Weise gerade jetzt auf mich aufmerksam machen und günstige Werbepreise nutzen. Denn sehen Sie: Die Verbraucher haben schon Lust zu konsumieren; sie sind nur zögerlich unter dem Druck der Ereignisse."

Renate Köcher prognostiziert, dass sich an dem hedonistischen Kaufverhalten der Deutschen auch in der aktuellen Krise nichts ändern wird: "Die Anschaffungspläne bleiben auf hohem Niveau. Knapp 20 Prozent der Bevölkerung wollen in den nächsten 18 Monaten online gehen. 30 Prozent wollen erstmals oder wieder ein Handy kaufen - das sind mehr als vor einem Jahr. Auch die Kaufpläne für Personalcomputer, CD-Brenner oder Software sind von hohem Niveau aus noch gestiegen."