Die Luftfahrtunternehmen geben die gestiegenen Kosten an die Passagiere weiter. Als erste Airline hatte KLM im September einen Zuschlag von fünf Dollar auf jede Flugstrecke erhoben. Anfang Oktober zogen andere Linienfluggesellschaften wie Lufthansa, Deutsche BA und Austrian Airlines nach. Pro Strecke ist bei ihnen seitdem ein Aufschlag von acht Dollar fällig.

Der "krisenbedingte Aufwand" sei erheblich gestiegen, heißt es bei der Lufthansa. Neben den erhöhten Ausgaben für die Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen und an Bord, zum Beispiel den Einsatz von Sky Marshals, werden aber vor allem die stark gewachsenen Versicherungskosten verrechnet. Nach den Anschlägen hatten die Versicherer ihre Preise innerhalb von nur wenigen Tagen um ein Vielfaches angehoben. "Die Prämie für die Haftung bei Terror- und Kriegsschäden ist fünfmal so hoch wie vorher für ein komplettes Versicherungspaket", sagt Martin Gaebkes, Generalsekretär des Board of Airline Representatives in Germany (BARIG).

Jetzt haben auch die Ferienfluggesellschaften reagiert und Zuschläge angekündigt. Dadurch werden sich auch Pauschalreisen verteuern. Als erstes Reiseunternehmen gab Thomas Cook bekannt, Sicherheitsgebühren zu verlangen. Auch Branchenführer TUI und die Rewe-Gruppe mit den Veranstaltermarken ITS, Dertour, LTU, Meier's Weltreisen, Tjaereborg und Jahn Reisen signalisierten, dass sie die Kunden demnächst zur Kasse bitten werden.

Wie hoch die Zuschläge bei den Ferienfliegern ausfallen, steht noch nicht fest. Zwischen acht und elf Euro bei Kurz- und Mittelstreckenflügen und 16 bis 17 Euro auf der Langstrecke, ist aus Branchenkreisen zu hören. Derzeit wird bei den Veranstaltern noch mit spitzem Bleistift gerechnet. "Die Höhe des Zuschlags ist eine unternehmerische Entscheidung", sagt Christian Boergen, Leiter Kommunikation des Deutschen Reisebüro und Reiseveranstalter Verbandes (DRV). "Es wird jedoch keine großen Diskrepanzen geben." Der Verband habe seinen Mitgliedern empfohlen, den Wettbewerb über den Reisepreis und nicht über die Sicherheitsgebühr zu führen.

Eine Preisempfehlung kann der DRV aus kartellrechtlichen Gründen nicht geben. Er wies jedoch alle Mitglieder darauf hin, dass Preiserhöhungen nur für "neu und längerfristig gebuchte Reisen" möglich seien. Um Kunden und Reisebüros auf die Zuschläge vorzubereiten, sollten diese nicht vor Beginn der Wintersaison am 1. November erhoben werden.

Pauschalreisende, die ihre Reise bereits gebucht haben, brauchen sich in der Regel keine Sorgen zu machen, mehr als den ausgezeichneten Reisepreis zu bezahlen. Denn: "Für die Veranstalter gilt eine Preisbindungsfrist von vier Monaten", sagt Christian Boergen. "Wer eine Reise zu einem bestimmten Preis gebucht hat, der hat vier Monate lang Anspruch darauf. Erhebt der Veranstalter dennoch einen Zuschlag, kann der Gast von der Reise zurücktreten."

Es ist anzunehmen, dass die Veranstalter den Empfehlungen des DRV folgen, zumal einige bereits schlechte Erfahrungen mit nachträglich erhobenen Zuschlägen gemacht haben. Erst vor einigen Tagen entschied das Landgericht Hannover in einem Musterprozess, dass die TUI nicht im Nachhinein gestiegene Kerosinkosten an den Kunden weitergeben dürfe. Im Frühjahr 2000 hatte der Veranstalter wegen der höheren Treibstoffpreise Zuschläge von bis zu 70 Mark von seinen Gästen verlangt.