Das schmale Tischtuch verrutscht, die drapierten Falten in Unordnung. Das Linnen hat an einer Stelle einen dunklen Fleck aufgesogen, kaum auszumachen in der bestickten Bordüre. Ein Hase, hingeworfen, auf dem Rücken, etwas zur Seite abgedreht, langgestreckt der Körper, der sich zu winden scheint und der im Sich-Winden erstrarrte. Die Hinterläufe gekreuzt, an eine Tragstange gebunden, von der eine Schnur baumelt. Der Hase streckt seinen weißlichen Bauch nach vorn, das Haar zwischen den Schenkeln kontrastiert mit dem Rückenfell; sein warmes Braun läßt vermuten, daß das Fleisch noch nicht erkaltet ist. Der Hasenkopf hängt über den Rand der Konsole. Die Löffel stehen ab und weisen nach unten zu einem Grund, der durch das vergoldete Gipsornament des Rahmens abgeschnitten ist. Weit offen die Nasenlöcher; sie gieren nach einer Luft, die sie nicht mehr benötigen. In der vordersten Bildebene der ausgehauchte Mund. Neben dem Hasen ein Fasan. Über den Tischrand hinaus im leeren Raum die Steuerfedern des schmalen Schwanzes; ein Lauf hat sich mit den Sporen im Linnen verhakt.

Über dem bronzegrünen Gefieder metallischer Glanz. Der eine Flügel an den Körper gepreßt, der andere aufgefächert, wie zur Schau gestellt, auf der Innenseite die Kiele zart gezeichnet, die abgestufte Buntheit des Gefieders durch Tupfen angedeutet, von denen jeder für sich nach unten verblaßt und ausläuft. Vor dem Körper des Hühnervogels einige Federn, als hätte jemand mit dem Rupfen begonnen und es bleiben lassen.

Am bläulichen Hals ein dunkel verklebter Striemen bis zum Genick, bloßgelegt die Haut und aufgerissen das Fleich, der Flaum drum herum verfärbt. Der Hals ist nach hinten gebogen, mit unfreiwilliger Verve, und hochgezogen der Kopf. Im Schnabel ein Sträußchen Kräuter, deutlich zu erkennen die Thymianzweige. Geschrumpft die Kinnlappen, und über ihrem Rot erloschene Augen. Die Stumpfheit des Blickes wirkt noch stumpfer neben der schillernden Glasur einer leeren Schüssel. In ihrem Grund eine Girlande eingebrannt, ein Kranz von Orangen, durch den ein Sprung geht. Rissig auch der Firnis.

Neben der Schüssel ein Jagdhorn, das Gelb des Mundstücks von warmloser Fröhlichkeit. Für sich allein, in die rechte untere Ecke komponiert, auf der Maserung des Holzes, eine gelbgrüne Melone. Die Schattenlinien der Längsrillen geben dem Rund seine gesprenkelte Körperlichkeit. Einige Herbstblätter, hingestreut, nicht von einem Wind, sondern von einer Hand, nicht völlig verdorrt, die bröckelnden Ränder angelaufen; das nervige Gerippe gibt dem einzelnen Blatt noch Halt.

Zum Arrangement in diesem Bildteil gehören Spargel, von einem rosa Band umschnürt. Der Bund lehnt gegen einen Zinnkrug; die Patina seiner Rundung verliert sich im sfumato des Hintergrundes. Die weißen Stengel gehen über ins Lila der Spitzen. Diese weisen nach oben. Sie verhelfen dem Bild zur Tiefenwirkung wie die aufgeknüpften Hasenläufe und der hochgezogene Hals mit dem fast nackten Gesicht des Fasans.

Über den Viktualien und dem Wild ein Falke, die Tragstange wie eine Beute fest in den Klauen des Beizvogels. Vom Rundholz hängt ein Stück Fessel, festgemacht an einem gepolsterten Handschuh, dessen Oberfläche angekratzt ist. Im brüchigen Braun die groben Stiche der Ledernähte. Neben dem Handschuh eine schwarze Stockhaube mit dem Schlitz für den Schnabel, auf der Kappe ein Federbusch, bewegt von einem Luftzug, der nur hier weht. Die Tragstange, an einem Ende abgebrochen und splittrig, bildet die einzige durchgehende Horizontale und wirkt als Trennung im Aufbau des Bildes, die oberen beiden Drittel dem Jagdvogel überlassend.

Dieser, im Ansitz, duckt sich, späht, ob sich im unteren Bildteil etwas Lebendiges regt und bewegt, sein kleiner Kopf kommt knapp über die Füße zu liegen. Das tiefe Eigelb der Augenumrandung wird aufgenommen von der wächsernen Haut der Fänge. Der stromlinige Körper des Falken bildet in der Verkürzung eine kompakte Form vor dem Weinrot des Hintergrunds, einem schweren Vorhang, dessen Struktur von der Textur der Leinwand bestimmt wird. Von links oben fällt ein Strahl aufs Bild, nicht auszumachen, ob durch eine versteckte Luke oder durch einen Riß im Vorhang.