Die Altalena-Strategie ist Arafats letzte Chance. Auf diesem Schiff wollte die extreme jüdische Rechte im Juni 1948 Waffen in das junge Israel schmuggeln, um so einen Staat im Staat gegen den "Gründervater" Ben Gurion zu etablieren. Ihr Traum: Das ganze Eretz Israel sollte es sein, bis zum Jordan, und nicht bloß der halbe Laib, den die Uno den Juden 1947 zugestanden hatte.

Ben Gurion ließ schießen, das Schiff sank, die Machtverhältnisse waren geklärt.

Die Lehren aus jenem Zwischenfall sind für Arafat so klar wie die Parallelen zu den Terror-Organisationen Hamas und Dschihad, die gerade das blutigste Massaker seit Mitte der siebziger Jahre in Israel inszeniert haben. Wer einen Staat will, muss eine Urbedingung erfüllen: die Konzentration der legitimen Gewalt in einer Hand. Ben Gurion hat auf seine alten Kampfgenossen schießen lassen, weil sie ihm das Gewaltmonopol rauben und - schlimmer noch - eine maximalistische Politik durchsetzen wollten, die Krieg ohne Ende bedeutet hätte.

Hamas und Dschihad haben Arafat mit der gleichen Existenzfrage konfrontiert: Du oder wir? "Du" heißt: ein palästinensischer Staat eher früher als später

"wir" heißt: ein Dauerkrieg, den die Palästinenser nicht gewinnen können. Wer meint, die Israelis müssten nur etwas mehr Freundlichkeit zeigen, verkennt das Wesen dieses in Wahrheit innerpalästinensischen Konfliktes.

Die Mörder von Afula, Hedera, Jerusalem und Haifa wollten keineswegs Konzessionen herbeibomben. Der "Racheakt" war nichts anderes als der Versuch, die Mission des US-Vermittlers Anthony Zinny in Blut zu ersticken. So war es auch im Sommer, als 31 israelische Diskogänger zerfetzt wurden: Just zuvor hatte Premier Scharon zum ersten Mal von einem palästinensischen Staat und von einem Treffen mit Arafat gesprochen. Besonders infam (aber absolut "logisch") war die Busbombe von Haifa, der Araber wie Juden zum Opfer fielen.

Die Hafenstadt war ein Musterbeispiel des Zusammenlebens