In seinem Roman Der Königsmacher schildert der Autor Friedrich Christian Delius das Schicksal eines erfolglosen Schriftstellers, der versucht, sein Scheitern durch eine PR-Kampagne zu kaschieren, die auf seine preußische Herkunft abzielt. Der Roman enthalte autobiografische Elemente, heißt es. Doch wo, fragen sich die Kritiker.

Herr Delius, halten Sie sich für einen erfolglosen Schriftsteller?

Muss ich auf diese Frage wirklich antworten?

Sie müssen nicht. Aber Albert Rusch, die Hauptfigur in Ihrem neuen Roman, berichtet so authentisch über die Mühen eines wenig erfolgreichen Autors, dass man auf den Gedanken kommen könnte, hier spricht und schreibt jemand aus Erfahrung.

Ich kenne den literarischen Betrieb ganz gut, seit über 30 Jahren, und viele Autoren, die im Schatten stehen. Aber ich bin selbstverständlich nicht Albert Rusch. 1439 verkaufte Exemplare, das habe ich mit jedem Roman mehrfach überboten. Erfolg ist etwas sehr Relatives, aber erfolglos bin ich nicht.

Auf der Suche nach autobiografischen Passagen hat sich die Kritik bisher immer am erfolglosen Rusch abgearbeitet. Die zweite Ebene des Romans ist eine Familiengeschichte. Albert Rusch, der Nachfahre des Soldatenkönigs.

Ja, das ist interessant. Noch niemand hat mich gefragt: Wie viel von deiner Familienstory hat mit der von Rusch zu tun?