In die Provinz der Kunst wegen? Warum nicht, wenn sie mit der Ausstellung Traum, Märchen, Thriller im neuen, wunderbar luziden Museum Georg Schäfer in Schweinfurt lockt (bis zum 27. Januar 2002). Ein wohliger Schauer ist es, den das Hauptgemälde auslöst, das Bild einer untreuen Gattin, eingesperrt mit dem Skelett ihres Geliebten: Wolfram beobachtet seine Gemahlin in der Zelle von Johann Heinrich Füssli. Ein ästhetischer Albtraum. Wie war es im 19.

Jahrhundert, das Leben, ein Traum? Moritz von Schwinds Zeichnung eines lässig hingestreckten Jünglings, dessen fünffaches Traum-Ego einen Feigenbaum plündert, belegt die heitere Variante. Allerdings bleibt meist harmlos, was man aus der Sammlung Schäfer zusammenzwang, und die verwirrende Gliederung nach Begriffen wie "Mythologie und Amor" verleiht auch keine Konturen.

Gewiss, alle Exponate sind irgendwie "Fantasiestücke"

darunter lassen sich Max Slevogts Märchen-Illustrationen genauso fassen wie ein paar Blocksberg-Szenen oder Schnorr von Carolsfelds Sturz vom Felsen, ein präsurreales Kolportagestück. Aber dem textlos umherirrenden Besucher hilft nicht, wenn im Katalog Edmund Burkes Theorie des Sublimen sowie Freuds Traumdeutung bemüht wird. Warum hängt zwischen Stucks statuarischer Pallas Athene und vier Schneewittchen eine biedermeierliche Genreszene? Ein Zauberkünstler öffnet sein Trickkistchen. In den Augen der Umstehenden ist zu lesen: Schöner Schwindel.