Der Versicherungsdetektiv C. W. Briggs ist klein und in dem Alter, in dem Frauen ihn darauf hinweisen, dass es eine interessante Abwechslung sein könnte, mit einem wie ihm zu schlafen. Die Rationalisierungsspezialistin Betty Ann Fitzgerald ist groß und hält nichts von solchen Abwägungen. Selbst in den vierziger Jahren, in denen Woody Allens Ganoven-Komödie Im Bann des Jade Skorpions spielt, klingen Briggs' sexistische Sprüche wie das letzte Röcheln eines Dinosauriers. Ein schönes Paar geben Allen als angeschlagener Macho und Helen Hunt als eiserne Modernisiererin ab - jeder Blick waffentauglich, jeder Wortwechsel eine Beleidigungsorgie. Bei einer Firmenfeier verwandelt der zwielichtige Magier Voltan die unterschwellige Erotik des Geschlechterkampfs in eine noch komischere Liebe: In Trance versetzt, erleben Briggs und Betty sich als Hochzeitsreisende, die einander aufs magische Stichwort "Konstantinopel" verfallen. Die Hypnose wird nur vordergründig aufgehoben

auf einer tieferen Bewusstseinsebene stehen beide noch im Bann des Jadependels. Nächtens raubt Briggs auf Voltans Geheiß Tresore aus, die er selbst gesichert hat. Tagsüber kann er sich an nichts erinnern - und jagt seinem kriminellen Alter Ego hinterher. Kann man sich selbst auf die Schliche kommen? Für Allen, der die Aufspaltung seiner selbst in Drehbuchautor, Hauptdarsteller und Regisseur wie immer mit Grandezza meistert, überhaupt kein Problem. Wenn der Zauber noch wirkt, obwohl der Bann aufgehoben ist, muss es wohl Liebe sein. Oder Woody Allens Kino.