Wo Käfigei drin ist, muss auch Käfigei draufstehen: In der ZEIT Nr. 43/01 vom 18. Oktober kritisierte die Verbraucherschützerin Edda Müller den Missbrauch ländlicher Idyllen in der Werbung. Immer mehr Konsumenten seien bereit, für umweltgerecht produzierte Lebensmittel auch mehr zu bezahlen. Mit Bildern von glücklichen Kühen und Hühnern im Stroh werde ihnen eine bäuerliche Herstellungsweise aber häufig nur vorgetäuscht. Mittlerweile ergriff der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv), dessen Chefin Müller ist, konkret die Initiative: Gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund und der Stiftung Euronatur verklagte er die Supermarktkette Rewe und die Landkost-Eierzeugergemeinschaft wegen Irreführung im Sinne des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb.

Corpus Delicti ist eine Schachtel mit zehn frischen Eiern, zu erwerben in Penny-Märkten, auf der ein hübscher Bauernhof zu sehen ist - obgleich die Eier aus Batteriehaltung stammen. Am 12. Dezember wird in Potsdam und Wiesbaden verhandelt. Andere Unternehmen sollten den Widerspruch zwischen agrarfolkloristischer Verzierung und Produktionsweise nur erklären. Die Firma Müller's Hausmacher Wurstwaren etwa verteidigte die in der Branche durchaus übliche Schmuck-Aufmachung ihrer Bauern-Mettwurst: Aus ihr ziehe der Verbraucher keineswegs die von Ihnen befürchteten Rückschlüsse.