Schulterschluss mit Amerika hin oder her: Die saudi-arabische Regierung will ihr Land in Zukunft besser gegen Einflüsse aus dem dekadenten Westen abschirmen. Genauer gesagt, gegen solche aus dem Internet. Ein Dutzend Softwarefirmen wie Secure Computing aus San Jose aus Kalifornien und Surf Control aus London buhlen um eine Ausschreibung der saudischen Regierung.

Moderne Filtertechnologie soll anstößige oder politisch unangenehme Web-Seiten in Zukunft aus dem gesamten Saudi-Netz aussperren.

Übrigens mag auch die US-Regierung dem anarchischen Internet nicht mehr ganz vertrauen. Richard Clarke, der Berater des Präsidenten in Sachen Cyberspace-Sicherheit, sammelt im Augenblick Vorschläge für ein völlig neues Netzwerk. Das "GovNet" soll "keinerlei Verbindungen oder Portale zum Internet oder anderen Netzen" unterhalten und damit die interne Kommunikation der US-Regierung völlig von Hackern und Spionen abschirmen. Viele Sicherheitsexperten halten das freilich für Unsinn, schon weil auf allen Computernetzen Viren kursieren und Passwörter geklaut werden können. Der ehemalige CIA-Direktor James Woolsey warnt: Das GovNet schaffe nur "besondere Anreize für den irakischen Geheimdienst oder Osama bin Laden, clevere amerikanische Hacker anzuwerben".