Der Kanzler der Bundesrepublik Deutschland spricht zur Wiederöffnung der Berliner Nationalgalerie am 2. Dezember. Er wird vor Manets Wintergarten stehen, sagen, dass er froh ist angesichts dieser glänzenden Wiederauferstehung eines Hauses der im Krieg schwer beschädigten Museumsinsel. Und vielleicht, wann gäbe es einen überzeugenderen Anlass, dann noch hinzufügen, dass der Bund in Zukunft die finanzielle Verantwortung für die noch ausstehenden Bau- und Renovierungsmaßnahmen tragen wird. Große Bilder, nette Hoffnungen, aber der Kanzler kam nicht. Wollte vielleicht, am Sonntag gehört Papi uns, lieber den ersten Advent in Hannover feiern. Was man verstehen kann. Aber den aus London, Washington, New York, Paris und Ottawa herbeigekommenen Museumsdirektoren, die ihren Kollegen Peter-Klaus Schuster aus vollem Herzen beglückwünschten, kaum erklären konnte oder mochte. Schade für Schröder. Denn hier hätte er, anders als im Reichstag, einmal die inspirierte Heiterkeit als ein Ergebnis harter Arbeit miterleben können.

Gewiss, das "geistreiche Kunstwerk, gestaltet mit wissenschaftlicher Akribie und wissenschaftlicher Phantasie" (so Werner Hofmann im Festvortrag), kann er sich auch später anschauen. Aber den Moment des Glücks, den hat er verpasst.

Und noch ein bisschen mehr.