Die schlechte Nachricht tut weh: die Wahrheit über Bildung in Deutschland.

Dass Lesen, Rechnen, Schreiben auf komplexem Niveau in kaum einer anderen Industrienation der Welt so schlecht zu erlernen sind wie hierzulande, macht uns die internationale Studie Pisa klar (siehe Chancen Extra S. 45-52).

Lernen unsere Kinder zu wenig? Zu spät? Das Falsche? Sind wir Erwachsenen unfähig, für sie das Notwendigste zu organisieren - Bildung? Die Sieben Todsünden der Bildungspolitik hat Ingo Richter, Direktor des deutschen Jugendinstituts in München, längst prägnant auf gut 200 Seiten beschrieben (Carl Hanser Verlag, München 1999

39,80 DM): Null Bock und Burnout, Ausblendung des Alltags, Vortäuschung gerechter Leistungsbewertung, natürlich der Kult der Vergeblichkeit ("Ändert sich doch nichts"). Wie es geht, selbst in einer Hauptschule, jetzt und sofort, erzählt der "Bericht von einer Schule/Das Altinger Konzept", die Ulrich Scheufele ediert hat: Weil sie wirklich lernen wollen ... Da wird aus einer Institution ein Ort, an dem das Leben nur so brummt. Der Treibstoff kostet: Mühe, Mut, Geduld, Sorge und Sorgfalt (Beltz Quadriga Verlag, Weinheim

39,80 DM). Ute Andresen, erfahrene Pädagogin, hat in Ausflüge in die Wirklichkeit vom "Glück des belehrenden Augenblicks" geschrieben - darüber, wie Schule zum Denken befreit und der Gefahr entgeht, Denken beherrschen zu wollen (Beltz Taschenbuch, Weinheim 2000

336 S., 32,- DM). Ernst Waldemar Weber, alter Schulleiter, machte Vorschläge, wie die gerne geforderte "Radikalkur" gelingen könnte: Schafft die Hauptfächer ab, schrieb er vor Jahren in seinem "Plädoyer für eine Schule ohne Stress" (Zytglogge Verlag, CH-Gümligen

144 S., 25,- CHF) und hebt hervor, wie Musik, Notenlesen, Hören, Rhythmusfühlen und feinste Fingerübungen Geist und Seele in Schwingungen versetzen. Das Geo Wissen-Heft Denken, Lernen, Schule (1/1999