Schillers Enkel.

Die Sozialdemokraten vor dem Wahlkampf. Vor Experimenten wird nun gewarnt.

Das Motto "Modernisierungen" gab's schon genug, verschreckt uns die kleinen Leute nicht! Also spricht in der SPD niemand mehr von Strukturreformen und anderen Unannehmlichkeiten.

Niemand? In einer Ecke am Rande der Partei regt sich Widerstand. Gegen das programmatische Stillhaltegebot aus Berlin agiert dort der Managerkreis der Friedrich-Ebert-Stiftung (www.fes.de/managerkreis). Die Mitglieder dieser Gruppe, die meisten sozialdemokratische Wirtschaftspraktiker, denken und schreiben, wozu der Kanzler heutzutage öffentlich lieber schweigt. Es sind Texte wie das Positionspapier zum Kongress von Anfang dieser Woche, beispielsweise über die "neuen inneren Widersprüche des Sozialstaates", die drohende Überalterungskrise, natürlich den Zwang zum Schuldenabbau und die "Massenarbeitslosigkeit als Ohnmachts-GAU der Politik".

Einige dieser SPD-Liberalen um den Unternehmensberater Ulrich Pfeiffer blicken zurück auf sozialdemokratische Regierungserfahrung. In den siebziger Jahren wirkten sie an strategischer Stelle, im Wirtschaftsministerium, im Wohnungsbauressort, im Kanzleramt: die Enkel Karl Schillers. Heute sind sie Schröders liberales Gewissen, halten nicht stille und predigen das Modell 72: Ein mutiger Reformwahlkampf bescherte der SPD damals ihren bisher größten Sieg.

Bestenliste.

Das World Economic Forum - bekannter als Davos, wo es bisher seine Jahrestagungen abhielt - weiß Bescheid, wenn es um die Besten, Mächtigsten oder wenigstens Einflussreichsten der globalisierten Welt geht. Wenn also die Zeitschrift des Forums, Worldlink, eine Bestenliste der Regierenden anbietet, lohnt es sich, hinzusehen: Wer gehört zu den Heads above the Rest, wer übertraf die anderen Häupter an langfristiger Leistungsbilanz und mit konkreten Ergebnissen?