Europas Banker sollten sich noch einmal mit ihren Marketingstrategen beraten. "Leading to results", wirbt zum Beispiel die Deutsche Bank in großformatigen Anzeigen - doch mit dem Ergebnis der Geschäfte kann Konzernchef Rolf Breuer kaum zufrieden sein. In den ersten neun Monaten des Jahres sank der Gewinn um fast 40 Prozent. "Fordern sie uns, wir finden die Lösung", plakatiert die Schweizer Großbank UBS - bloß auf die Frage, wie man die hohen Kosten senkt, findet UBS-Chef Marcel Ospel allenfalls dürftige Antworten (siehe Interview).

"Strukturkrise" heißt das Schlagwort, das Manager wie Angestellte beschäftigt. Zu lange haben sich die Geldhäuser von steigenden Börsenkursen, von den Gewinnen im Aktienhandel und Investmentbanking blenden lassen. Viele deutsche Banken, warnt Rolf Breuer, machten kaum noch Gewinn. Die Folge: Mitarbeiter müssen gehen, und die Institute denken wieder verstärkt über Zusammenarbeit oder Fusionen nach.

UBS, die United Bank of Switzerland, ist dabei in einer vergleichsweise komfortablen Lage: Zwar leidet auch bei den Schweizern das Investmentbanking.

Unpopuläre Entscheidungen aber - etwa Filialschließungen, wie sie die deutschen Banken nun diskutieren - musste Konzernchef Ospel bereits 1998, bei der Fusion von Schweizerischem Bankverein und alter UBS, fällen und hat sie jetzt hinter sich. In Deutschland sind die Eidgenossen spätestens seit der Übernahme der Privatbank Schröder Münchmeyer Hengst bekannt. Wenn sich die Banken neu sortieren, Geschäftsbereiche abstoßen und andere zusammenlegen, dürfte das kaum Ospels letzter Kauf gewesen sein.