"Auch wenn diese Dinge schwer zu vergleichen sind, so kann man doch mit Sicherheit sagen, dass ein typisches Mobiltelefon mehr Rechenleistung hat als der Apollo Guidance Computer", sagt der Amerikaner Dag Spicer. Er ist Experte für jene Computer, die in den sechziger Jahren für das Apollo-Mondlandungsprogramm entwickelt wurden.

Schwer zu vergleichen, weil die beiden Gerätetypen doch sehr unterschiedliche Zwecke verfolgen. Während der Apollo-Bordcomputer ballistische Bahnen zu berechnen hatte, muss ein Handy vor allem digitale Signale in hörbare Sprache umwandeln und umgekehrt. Aber man kann ein paar rohe Daten vergleichen: Der Apollo-Computer verfügte über einen Arbeitsspeicher von etwa vier Kilobyte und schaffte etwa 40 000 Additionen pro Sekunde. Seine Taktrate lag bei 100 Kilohertz. Ein heutiger Chip ist zehntausendmal schneller.

Nun ist ein Handy kein PC, aber auch in den kleinen Telefonen stecken sehr leistungsfähige Chips. Die werden gebraucht, weil die Verarbeitung von Sprachsignalen in Echtzeit sehr rechenaufwändig ist. Ein typischer Prozessor in einem modernen Mobiltelefon schafft eine Taktrate von etwa 100 Megahertz. Also ein richtig kräftiger Rechenknecht, der allerdings speziell für seine Aufgabe konstruiert worden ist.

Aber bei der Landung auf dem Mond waren ja auch alle Flugbahnen vorausberechnet, die Astronauten gaben ein paar Korrekturen mithilfe einer einfachen Programmiersprache ein. Gar nicht zu vergleichen mit der Rechenaufgabe, die etwa das Handy von James Bond zu bewältigen hat. In dem Film Der Morgen stirbt nie steuert der Agent vom Rücksitz aus sein Auto per Handy durch eine Hamburger Tiefgarage. Doch das ist wirklich Science-Fiction! Christoph Drösser

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