Das Geld kommt zu allen, auch zu denen, die es gar nicht wollten. Nicht nur in Großbritannien, auch in Dänemark und der Schweiz setzt sich der Euro durch. Ob Sportgeschäfte, Zeitungsläden oder Supermärkte - vielerorts heißt es inzwischen: "Wir nehmen auch Euro." Ein Kopenhagener Café hat die Euro-Preise für Tee und Kuchen schon auf seine Speisekarte geschrieben. Und auch in Genf, Lugano oder Davos werde der Euro bald ein wichtiges Zahlungsmittel sein, sagt Rudolf Walser vom Schweizer Unternehmensverband Economiesuisse. Zwar hatte in den Touristengebieten manch dänisches oder schweizerisches Geschäft auch früher schon Franc oder Mark angenommen - aber die Akzeptanz der neuen Währung wird nach allgemeiner Einschätzung ungleich höher liegen. Der Euro ist beliebter, als es die D-Mark je war. Ausgerechnet der Euro. "Noch vor wenigen Jahren herrschte im Ausland die unterschwellige Mehrheitsmeinung, dass der Euro scheitern werde", sagt Helmut Wagner, Geldtheoretiker von der Fernuni Hagen. Offenbar hat die Mehrheit ihre Meinung geändert. Der Euro hat drastisch an Vertrauen gewonnen und wird deshalb als Zahlungsmittel akzeptiert. Außerdem kommt er häufiger vor als die D-Mark. Ein Schweizer Taxifahrer, der Euro annimmt, kann damit entweder zur Bank gehen oder auf einen Kunden warten, dem er seinerseits Euro als Wechselgeld zurückgeben kann. "Beim Euro ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass er diesen Kunden findet", sagt der Bonner Ökonom Jürgen von Hagen. uch