Ungemach droht in den kommenden Jahrzehnten: Staatliche Altersrenten sind nicht gesichert, weder in Deutschland noch sonst wo in Europa. Immer mehr Rentner benötigen Geld über immer längere Zeiträume. Die Erwerbstätigen müssen dafür aufkommen, und ihre Zahl nimmt ständig ab - eine verhängnisvolle Scherenbewegung.

Schon heute ist abzusehen: Mit den staatlichen Renten wird nur den Geringverdienern der bisherige Lebensstandard im Alter einigermaßen garantiert. Die Bezieher hoher und mittlerer Einkommen hingegen bekommen deutlich weniger als das letzte Nettogehalt. Sie müssen selbst vorsorgen, um im Alter über genug Geld zu verfügen. Die neue, private Riester-Rente zielt in diese Richtung, bringt aber zu wenig.

Dabei ist es praktisch unmöglich, die tatsächliche Höhe der künftigen staatlichen und betrieblichen Renten zuverlässig zu berechnen. Es gibt zu viele Unwägbarkeiten - dazu gehören etwa die künftige Lohnhöhe oder ein vorzeitiger Ausstieg aus dem Job. Exakt lassen sich hingegen das private Altersgeld, der Aufbau eines Kapitalstocks und das erforderliche Sparen und Investieren bestimmen. Nötig sind dazu verblüffend wenige Eckdaten: realistische Anlagerenditen, die langfristige Inflationsrate und die Kosten für eine private Ehepaar-Leibrente ab 81. Spätestens in diesem Alter möchte sich kaum jemand mehr aktiv mit Geldanlage beschäftigen und vertraut lieber auf eine Versicherung.

Die Eckdaten: Für eine Ehepaar-Leibrente, die vom 81. Lebensjahr bis zum Tod der Ehepartner jährlich 10 000 Euro zahlt, braucht man im Alter von 80 ein Kapital von 125 000 Euro. Die Inflationsrate der vergangenen 50 Jahre betrug im Schnitt 3 Prozent. Davon kann man auch für die Zukunft ausgehen. Wichtig ist: Die realistischen Anlagerenditen sind höher, je länger die Anlagedauer ist - von 3 Prozent bei kurzfristigen Anlagen bis zu 12 Prozent bei sehr langfristigen (siehe Kasten). Insgesamt sind dies eher vorsichtige als forsche Annahmen.

Die Idee: Wie viel Vermögen muss heute vorhanden sein, um mit 65 jährlich 10 000 Euro oder mehr an zusätzlichem Alterseinkommen zu beziehen? Das zudem bis zum Alter 80 um jährlich 3 Prozent steigt, um die Teuerung zu kompensieren? Wer heute 65 Jahre alt ist, muss für 10 000 Euro jährlich schon heute über ein Vermögen von 232 000 Euro verfügen (siehe Grafik So viel Vorsorgekapital ...).

Für 70-Jährige sinkt der Betrag auf 213 000 Euro. Mit 80 sind noch die genannten 125 000 Euro für den Kauf der Leibrente erforderlich.

Die Grafik zeigt auch: Erwerbstätige, die einen längeren Anlagehorizont haben und daher von einer höheren Rendite profitieren können (12 Prozent mit Aktien), müssen vergleichsweise wenig Kapital für dasselbe Ziel auf der hohen Kante haben. 30-Jährige nur 18 000 Euro, 40-Jährige dann 42 000 Euro, und bei 50-Jährige sind es 96 000 Euro. Stets eingerechnet sind die 3 Prozent Inflationsaufschlag pro Jahr.