Kein Auto, keine Karriere und auch keine Weltreise. Der Gewinn dieser neuen Game-Show ist eine Reise ins All - mit einem russischen Raumschiff der Marke Sojus. Das US-amerikanische Medienunternehmen Image World Media Inc.

aus Rockville, Maryland, will 2003 die Show zur besten Sendezeit im US-Fernsehen präsentieren. Die Flüge sollen von dem niederländisch-russischen Joint Venture MirCorp. organisiert werden, demselben Unternehmen, das im April 2001 den kalifornischen Fondsmanager Dennis Tito für schlappe 20 Millionen US-Dollar vom kasachischen Baikonur aus zur internationalen Raumstation ISS befördert hat.

"Wir wollen so schnell wie möglich den Weltraumtourismus für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Jeder hat das Recht, in neue Welten vorzudringen, Herausforderungen zu suchen und seine Grenzen zu erfahren", meint MirCorp.-Chef Jeffrey Manber. Damit auch jeder zu seinem "Recht" kommen kann, will Manber bis 2004 die erste private Raumstation mit dem Namen Mini Station 1 ins All schicken.

"Technologisch ist das machbar", sagt Michael Reichert vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn. Der Zeitplan sei aber "sehr ambitioniert", so der deutsche Raumfahrtexperte. Die Anschubfinanzierung kommt von zwei US-amerikanischen Millionären, den Unternehmern Walt Anderson und Chirinjeev Kathuria

die Mehrheit von MirCorp. und die technologische Kompetenz liegen in den Händen des russischen Weltraumunternehmens RSC Energia, das 1957 mit dem Sputnik den ersten Satelliten der Welt in den Orbit schickte.

"In Russland kann eine Raumstation aufgrund der dort geringeren Löhne zu deutlich niedrigeren Preisen als in der westlichen Welt produziert werden", sagt Reichert. 100 Millionen Dollar soll sie kosten

ein Teil davon wird nach den Vorstellungen von MirCorp. über einen weiteren Raumflug à la Tito sowie über die TV-Show aufgebracht werden. Ob das reicht, ist allerdings fraglich.