Bio-Tech-Investoren sind doch arme Schweine. Auf nichts ist Verlass, in der Forschung heißt es heute hui! und morgen pfui! - und kaum ist der erste Schampus durch die Kehle gerauscht, sind die frisch verdienten Dollars schon wieder verbrannt.

Dabei war die Sache quasi amtlich: Denn zu Weihnachten wurden fünf Ferkel geboren im Stall von PPL - Sie wissen schon, der Firma mit dem Schaf. (Sie erinnern sich doch an Dolly?) Besondere Schweinchen, den Menschen ein Segen, zumindest solchen, die Organe brauchen. Die Rüsseltiere sind nicht nur geklont, zuvor hatten die PPL-Forscher ihnen noch ein Gen herausoperiert, das dafür sorgt, dass ihre Organe vom Menschenkörper abgestoßen werden. Sie verstehen? Xenotransplantation heißt das und soll bald die Organknappheit beseitigen. Schweinelebern gegen Leberzirrhose, Ferkelherzen gegen Koronarverkalkung. Zwar war das Ganze schon etwas aus der Mode gekommen, da gibt es Viren im Schweinekörper, von denen man nicht so recht weiß, ob die nicht im Menschen Unerfreuliches anrichten. Und das mit der Organabstoßung, also da gibt es noch ein paar Dinge, die man entfernen müsste, aber bitte, Forschung braucht ihre Zeit, und irgendwie sieht das doch jetzt ganz super aus. Und jawoll, kaum hatten wir uns das so ausgemalt, hatten Noel, Angel, Star, Joy und Mary den PPL-Aktien 46 Prozent beschert! Feine Sache das, so konnte das Jahr - erfreulich war es ja sonst nicht im Bio-Tech-Geschäft - ruhig zu Ende gehen.

Und nun das: Das neue Jahr hat noch nicht richtig begonnen, da wird das Schaf krank. Dolly! Erst etwas über fünf Jahre alt, und nun hat sie Arthritis.

Hammerhart. Also klar, Schafe kriegen auch Arthritis, aber so früh, irgendwie schon ungewöhnlich, sagt ihr Schöpfer, der Ian Wilmut, und sieht ganz sorgenvoll aus. Ob das mit dem Klonen zusammenhängt? Nachher humpeln nächstes Jahr auch die Ferkel! Und der Kurs? Ach, der Investor ist ein armes Schwein.