Hier irrt die Opposition in Wien. Der Vorwurf an den Kärntner Landeshauptmann und Berufsprovokateur Jörg Haider, er mache sein Land lächerlich, trifft nicht. Haider, der auf der politischen Bühne Österreichs in einer Weise herumrandaliert, die ihn in allen anderen europäischen Demokratien - mit Ausnahme von Italien - disqualifizieren würde, macht sich selbst zur Witzfigur. Nach den Sozialdemokraten, der EU, den Tschechen, der Sozialpartnerschaft, den kritischen Medien und dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen zieht Haider nun gegen das Verfassungsgericht zu Felde. Er beschimpft dessen Präsidenten, verlangt seinen Abgang und fordert nun, da das Gericht dieses Krakeelen ignoriert, die Verfassungsrichter "auf das ihnen zustehende Maß zurechtzustutzen". Ihn empört ein Urteil, das ihm auferlegt, künftig in Kärnten auf einer größeren Zahl von Ortsschildern den Namen auch in der Sprache der slowenischen Minderheit zu nennen

Haider will es einfach ignorieren. Von wegen Rechtstreue! Hier geht es schließlich ums Deutschtum des Kärntners. Das ist eine Frage von Blut und Boden! Und von Ehre und Treue!

Wie gesagt. Eine Witzfigur. Aber keine zum Lachen! Lächerliche Figuren haben schon zu oft Geschichte gemacht, als dass man sie noch lustig finden mag.

Besonders dann, wenn zu viele andere - während einen selbst das Grauen packt - sich voll Gaudi und Geifer auf die Schenkel klatschen.

Die Tiraden des Jörg Haider sind nun mal populär, wie auch die von Umberto Bossi. Was da im Alpenraum gespielt wird, ist daher, wie so oft, ein Lehrstück für Europa. wap