Als nach der Landung des Christoph Kolumbus die Schreckensnachricht bekannt wurde, wie toll es die Eroberer mit den armen Indianern würden treiben wollen, da waren die Eingeborenen darüber so verzweifelt, dass sie massenweise Hand an sich legten und in Scharen durch Selbstmord aus dem Leben schieden. Nur eine Hand voll christlicher Missionare ließ nichts unversucht, die Lebensmüden von ihrem Trachten abzuhalten. "Kinder Gottes!", riefen sie.

"Lasst ab! Es gibt keine Alternative! Selbstmord ist zwecklos. Auch im Jenseits wartet schon der weiße Mann!"

Die Moral von der Geschicht' ist sehr traurig. Sie handelt davon, dass es keinen Ausweg aus unserem Leben gibt, weil in der Alternative so viel eigene Wirklichkeit steckt, dass die Mühe nicht lohnt. Oder mit einem Wort des Heraklit von Epheseus (536 bis 470): "Nicht früher oder später, sondern zugleich tritt etwas zusammen. Alles fließt in seinen Gegensatz." Wir Heutigen kennen Heraklits Problem als das Stoiber-Schröder-Paradox, wonach die Stoiber-Welt aus einem geklonten Schröder besteht, der nicht Audi fährt, sondern dessen Double, einen BMW. Im Stoiber-Jenseits sieht Herr Struck aus wie Herr Glos, während Franz Müntefering dort Laurenz Meyer genannt wird und, Gott sei's geklagt, aus Hamm stammt und wie Herr Merz aus Brilon sein Moped frisiert hat, weil er nicht wie Möllemann, der auch Westerwelle heißen könnte, mit dem Fallschirm 18-prozentig auf die Nase fliegen wollte. Kurzum, das enzianblaue Jenseits ist das rot-grüne Diesseits, Stoiber ein mutierter Schröder, und wir sind die Indianer.

Wenn Schröder stoibert und Stoiber schrödert, stellt sich natürlich das philosophische Problem, wo der alternativlose Punkt ist, von dem aus wir erkennen, dass es keine Alternative gibt. In diesem Fall gibt es nur zwei Möglichkeiten, sodass wir die dritte wählen und die alten Missionare fragen sollten, die heute in Kloster Andechs im bayerischen Kernland sitzen und am Ende ihres Lebens blau in den weißen Himmel kommen. Auf geht's! Wir gleiten vorbei an den glücklichsten Kühen der Welt und winken nutzwertorientierten Mädchen mit knusprigen Brezeln zu. Laptops in Lederhosen, blühende Amigo-Gärten und profitable Kindergärten, wohin das Auge blickt! Dann landen wir in Kloster Andechs. Gerettet! TV-Kameras, Bundesgrenzschutz, Hubschrauber. Welch ein Auftrieb, nur für uns! Gott mit dir, du Land der Bayern. Doch dann ein Schild. "Heute kein Ausschank. In unserer Reihe Versöhnen statt spalten lesen Edmund Stoiber und Gerhard Schröder gemeinsam aus Heraklit. Alles fließt in seinen Gegensatz und dieser in sich selbst."